Tischlein deck dich

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Wer zu Tisch bittet, der hat meist einen speziellen Grund: Es wird gefeiert, zelebriert, genossen. Hier darf das optische Moment natürlich nicht vergessen gehen. So sagt der Volksmund nicht zu unrecht, das Auge esse schliesslich mit. Beschäftigt man sich mit Tafelschmuck etwas eingehender, werden die Schwierigkeiten schnell bewusst: Um den Dialog unter den Gästen nicht zu beeinträchtigen, darf nur unter Augenhöhe gestaltet werden, was die Bandbreite des Möglichen etwas einschränkt. Aber auch auf diesen unteren 40 cm sind fast unendlich viele Dinge möglich.

Gläserreigen

Das klassisch eingemittete Tischgesteck ist in den Augen vieler etwas zu altbacken. Meist geht damit auch ein gewisses Platzproblem einher. Nicht so bei der Idee, zahlreiche Weinkelche mit Wasser zu füllen und Einzelblüten locker, springend und unbedarft darin einzustellen. Auf diese Weise entsteht der Charakter einer schwebenden Blütenwiese, fernab von den herkömmlichen, eher behäbigen Formen. Die Grösse kann beliebig verändert werden, auch ein schlichter Einreiher überzeugt formal.

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Frei hängend und immer leicht bewegt

Weshalb nicht einfach eine Platte oder Wanne abhängen und als Stehtisch für einen ausgefallenen Aperitiv inszenieren? Für kurzzeitige Anlässe können die Blüten einfach Kopf-an-Kopf auf eine Untergrundplatte gelegt werden, bei empfindlichen Blüten oder auch höheren Temperaturen empfiehlt sich eine schmale Wanne mit Wasser. Flache Blüten wie Gerbera oder Margariten eignen sich für die Umsetzung solcher Flächengestaltungen am ehesten, sie liegen schöner als hohe Blütenformen, die bedingt durch ihre Form immer Gefahr laufen zu kippen.

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Gegensätze ziehen sich an

Seit einiger Zeit sieht man in der Gegenüberstellung klarer Möbel- und Raumlinien mit verspielter Deko einen besonderen Reiz. Das Verspielte relativiert die eher kühle Aussage der Moderne und die Klarheit wiederum nimmt dem Verspielten das Süssliche. Dies erinnert an die Prise Salz im Süssgebäck.

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Unmögliches wird möglich

Einer Blüte ihre volle Länge zu lassen und den Blickkontakt der Gäste trotzdem nicht zu beeinträchtigen, scheint unmöglich zu sein. Es sei denn, man verlagert die Stiele in die unteren Bereiche des Stehtisches. Fast objekthaft mutet eine solche Gestaltung an, eine aussergewöhnliche Gestaltungsidee für eine aussergewöhnliche Einladung.

Weitere Informationen:

Know How Bildungszentrum für Gestaltung
Förliwiesenstrasse 4
CH-8602 Wangen
www.knowhow.ch / E-Mail: bildungszentrum@knowhow.ch
oder www.vonboletzky.ch
Tel: 044 242 21 82 / Fax: 044 242 21 86

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Überschwang auf moderne Weise

Eine gewisse Fülle darf bei einem Festessen durchaus sein. Dieser Charakter lässt sich noch weiter steigern, wenn das Pendant der verwendeten Blüten in Form einer Tapete oder Servietten gar noch den Tisch und die Stühle bedeckt. Eine wunderbare Sache für ein fröhliches Frühsommerfest oder eine unkonventionelle Hochzeit.

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Florales Sammelsurium

Die Zeiten der Setzkästen sind vielleicht vorbei, das Unterbringen vieler kleiner und ähnlich gearteter Dinge hat seinen Reiz jedoch nie verloren. Viele kleine Väschen unterschiedlichster Form – mit einer einheitlichen Farbe gestrichen oder besprüht – bilden die Basis. Die Blütenfüllungen werden eher ungezwungen vollzogen: Hier eine Blüte, dort zwei oder keine, dafür ein paar Blätter, Gräser oder Ranken. Der Sammelsurium-Charakter der Väslein darf sich auch in der Blütenwahl wiederfinden.

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Neu interpretierte Tradition

Wer kennt sie nicht, die Tischläufer, die in grauer Vorzeit zu jeder Aussteuer gehörten? Wenn auch nicht mehr in Mode, der Ansatz, etwas Flaches lang über den Tisch laufen zu lassen, hat seine Berechtigung und lässt sich auf zeitgerechte Weise wieder aufgreifen.

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