Abfallentsorgung: Rechte und Pflichten für Mieter und Vermieter

Erfahren Sie in diesem Artikel alles, was es über Abfallentsorgung, Recycling und Wiederverwertung  für MieterInnen und VermieterInnen zu wissen gibt.

Eine funktionierende Abfallentsorgung braucht die Anstrengungen aller. Auch von MieterInnen und VermieterInnen. Höchste Zeit für eine Auslegeordnung über Rechte und Pflichten von MieterInnen und VermieterInnen punkto Abfallentsorgung.

Bild: Vuilnis, Wikicommons

Nichts widerlicher als ein Abfallsack, der tagelang im Hausflur vor sich hin modert. Oder bei Nacht und Nebel vor dem eigenen Haus entsorgter Sperrmüll. Was sind die Rechten und Pflichten von Mieterinnen und Vermietern?

Laut Zahlen von Swissrecycling liegt die Recycling-Quote in der Schweiz bei 52 %. Das ist im europäischen Umfeld ein sehr guter Wert. Aber noch lange kein Grund für Selbstzufriedenheit oder Bequemlichkeit. Einzelne Bereiche (bspw. Entsorgen von Batterien) weisen viel Luft nach oben, um auch hier die Wiederverwertungs-Quote markant zu steigern.

Rechte und Pflichten der MieterInnen

MieterInnen müssen selbst für GebührenAbfallsäcke oder –Vignetten aufkommen. Sie tragen also einen Grossteil der Abfallentsorgungs-Kosten. Wer dies unterlässt, riskiert Bussen. Je nach Kanton überprüfen Abfallkontrolleure illegal bereitgestellten Abfall und stellen Bussen aus. Das gilt auch zu früh bereitgestellten Abfall.

Mieter müssen laut Mieterinnen- und Mieterverband für folgende Kosten aufkommen, die den Vermietern entstehen (abgerechnet über die Nebenkosten).

  • Gebührenanteil an den Kosten, die dem Vermieter durchs Bereitstellen der Müllcontainer entstehen. Achtung: das Entrichten einer solchen Jahresgebühr an die Vermietung entbindet die Mieter nicht von der Gebührensack-Pflicht. Es müssen weiterhin Gebühren-Säcke/-Vignetten gekauft werden.
  • Grünabfuhr: auch solche Kosten können von den Vermietern an die Mietern abgewälzt werden – dies ist aber umstritten.

Was viele nicht wissen: das Treppenhaus gehört nicht zur gemieteten Wohnung und darf nicht zur Zwischenlagerung stinkender Abfälle genutzt werden (es sei denn, der Mietvertrag erlaubt dies).

Fürs Entsorgen von Glas, Papier, Karton, Elektroschrott & Co. sorgen die Mieterinnen ebenfalls selbst. Kaputte Gläser und Glühbirnen gehören nicht in die Glassammlung. Sondern in eine entsprechende Sammlung oder in den Hauskehricht.

Je nach Wohngemeinde gibt es verschiedene Entsorgungsstellen für Sperrmüll, Sondermüll etc. Die Seite Abfall.ch verschafft Übersicht. MieterInnen müssen sich selbst schlau machen.

Je nach Wohngemeinde werden Karton und Papier entweder getrennt (im Normalfall) oder gemischt gesammelt (bspw. bei gewerblichen „Entsorgern“).

PET, Batterien, Textilien, Glas, Elektroschrott, Öl und weitere Chemikalien etc. werden an Sammelstellen gesammelt (oft an Verkaufsstellen). Informationen finden Sie bei Ihrer Wohn-Gemeinde.

Rechte und Pflichten der VermieterInnen

  • Vermieter müssen für die Kosten von Entrümpelungsaktionen selbst aufkommen. Sie dürfen nicht an Mieter abgewälzt werden.
  • Die Entsorgung von wild entsorgtem Müll/Sperrmüll darf nicht an die Bewohner abgewälzt werden.
  • Stellen Mieter den Abfall zu früh auf die Strasse, darf der Vermieter nur unter folgenden Bedingungen den Müll nach Hinweisen auf den Entsorger durchsuchen: alle MieterInnen des Hauses haben diesem Vorgehen zugestimmt und die kantonalen Gesetze erlauben es.
  • Vermieter, die Container zur Verfügung stellen, müssen diese sichern (Schloss, Überwachung). Oft genügt das Androhen einer Kameraüberwachung oder eine Attrappe, um wildes Entsorgen zu vermindern.