Balkongemüse: Urban Gardening im Spätsommer

Urban Gardening boomt. Von Tomaten und Basilikum bis hin zu Rucola, Zucchetti und Radiesschen – auch auf kleinster Fläche gedeiht allerlei Gemüse. Vorausgesetzt es wird zur richtigen Zeit angepflanzt.

Für die Balkonhelden Peperoni, Zuchetti, Auberginen, Cherrytomaten und Chilli ist es nun leider zu spät. Mehr dazu nächsten Frühling, versprochen. Wer im Spätsommer Lust auf urbanes Balkon-Gärtnern hat, stellt Kräuter oder Setzlinge auf den Balkon, die sind noch überall zu kaufen. Und wer selber säen möchte, pflanzt im August und September diverse Salat- und Kohlsorten für den Eigengebrauch sowie Katzengras für den schnurrenden Mitbewohner.

  • Spätestens im August: Rucola (Rauke), Pflücksalat, Pak Choi, Chinakohl, Krautstiel, Schnittlauch, Petersilie, Minze
  • Spätestens im September: Spinat, Nüsslisalat, Rauke (Rucola), Radieschen, Frühlingszwiebeln, Kohlrabi, Kapuzinerkresse
  • Geht immer: Katzengras für Katzenliebhaber
Gemüse im Topf

Erfolgreiches Urban Gardening auf Balkonien: Ein kleiner Balkon voller Gemüsetöpfe.

 

Unsere Lieblinge zum Gartensaison-Ende

Rauke: Rauke ist eigentlich der deutsche Name für Rucola. Niemand wollte mehr Rauke essen, bis die Italiener ihn wieder unter dem Namen Rucola beliebt gemacht haben. Rucola braucht nicht viel Platz, Gefässe ab drei Liter genügen. Die Samen müssen nur leicht mit Erde bedeckt werden. Dafür muss aber die Erde immer feucht gehalten werden, da die Rauke flache Wurzeln hat. Bitte nicht düngen, da er sonst Nitrat einlagert. Erste Blätter können schon nach drei bis sechs Wochen geerntet werden, dabei sollten immer die äussersten Blätter abgeschnitten werden. Die Herzblätter lässt man stehen, damit die Pflanze wieder nachwachsen kann. Vorsicht würzig: sind die Blätter bereits über 10 cm lang, schmecken sie aufgrund der Senföle sehr scharf.
Katzengras: Wer seiner Katze etwas gutes Tun möchte, sät Katzengras an. Das ist ganz einfach, man braucht nur einen kleinen Topf und etwas Erde. Katzengras kann man jederzeit und auch in der Wohnung ansäen. Den Topf bis zu ¾ mit Erde füllen, dann die Samen darüber streuen und nochmals ungefähr mit 1 cm Erde bedecken und gut angiessen, auf ein Fenstersims stellen und warten bis es spriesst. Die Katze wird es danken.
Pflücksalat / Schnittsalat: Im August und September kann man noch gut Pflücksalat- oder Schnittsalat säen oder Setzlinge aus dem Gartencenter setzen. Die Salate brauchen nicht viel Platz (Gefässe ab drei Liter reichen aus) und können auch auf dem Fenstersims gezogen werden. Samen in die Erde tauchen und dann die Erde immer schön feucht halten, so ist der Schnittsalat nach 4 – 6 Wochen für die Ernte bereit. Grosse Blätter (grösser als 5 cm) sollte man von aussen her pflücken, dabei aber die inneren Blätter und die Sprossenachse stehen lassen, damit er wieder nachwächst. Einfacher geht’s nicht, ständig frischen Salat zu haben!

Ideal für Ungeduldige

Radieschen: Radieschen sind ideal, weil absolut anspruchslos in der Pflege und sie wachsen sehr schnell. Nach nur vier Wochen kann man die saftigen Radieschen pflücken – und das sollte man auch, denn später schmecken sie pelzig oder hölzern. Für mehr Spannung im Topf empfehlen wir die Rainbow Radieschen Packung zu kaufen, sie enthält rote, violette und weisse Radieschensamen. So bleibt es eine Überraschung, welche Farbe sich aus den Samen bildet. Radieschen brauchen kaum Platz und vertragen sich gut mit anderem Gemüse im gleichen Topf – Sonnenblumen und Radieschen zum Beispiel.

Rainbow-Radieschen nennt sich die dreifarbige Sorte.

 

Milchtüte Radiesli

Radieschen aus der Milchtüte ziehen, warum nicht? Upcycling heisst der Trend. Weitere Ideen zu Upcycling und wie das genau funktioniert, erfährt ihr im nächsten Artikel.

Der optimale Standort

Sonnige Balkone oder Fenstersimse gelten als optimaler Standort,  jedoch gedeihen Katzengras, Pflücksalat und Radieschen auch im Halbschatten gut. Der Platz sollte auf jeden Fall hell sein und nicht zu windig.

Viel Erfolg beim Gärtnern!



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