Böden reinigen: gewusst wie, wann und womit

Böden richtig reinigen hat nichts mit kurz einmal ein bisschen drüber putzen zu tun. Und trotzdem ist es keine Hexerei, sofern du weisst, welcher Boden wie gereinigt wird, und wann du im Kampf gegen den Schmutz Vorsicht walten lassen musst.

Es ist so eine Art Aschenbrödel-Arbeit: Böden reinigen. Kaum ist man damit fertig, machen sich schon wieder Flecken und Staub auf Plättli und Parkett bemerkbar. Die Stimme der bösen Stiefmutter in einem drin warnt dann unnachgiebig mit gerecktem Zeigefinger und null Toleranz: «Schon wieder alles dreckig. Hol‘ dir gefälligst Besen, Eimer und Putzmittel!»

Grundsätzlich, und wenig erstaunlich, gilt: Die Böden unserer Küche und der Badezimmer sollten wir jede Woche einmal putzen. Die übrigen Räume werden je nach Lebensumständen – mit einem Bernhardiner oder Wellensittich im Haus, wirst du dich vermutlich öfter dazu veranlasst sehen, Böden zu wischen –, Nutzung und Jahreszeiten gereinigt.

Richtig staubsaugen

Gott sei Dank, wurde seit Aschenbrödel der Staubsauger erfunden. Damit kann wenigstens der gröbste Dreck einigermassen mühelos entfernt werden. Dabei gehst du systematisch vor – von Ecke zu Ecke oder bahnenweise. Aschenbrödel wird sich sonst später darüber ärgern, dass Staub und Steinchen am Wischtuch kleben.

Nachdem die Böden nun besenrein (ja, auch mit Staubsauger) sind, machst du dich an die porentiefe Bodenreinigung sprich an das Aufwischen mit Wasser. Wie die Kuchenbrösel von Mias Geburtstagsparty wegkriegen, die Anton partout nicht hatte sehen wollte und auf die er deshalb ausgiebig trat? Wie die klebrigen Saftflecken vom letzten Sonntagsbrunch auf dem neu verlegten Laminatboden entfernen?

Fussboden ist natürlich nicht gleich Fussboden. Grob lassen sich diese in textile und nicht-textile Beläge wie PVC, Linoleum, Kork, Parkett und Fliesen oder Plattenboden unterscheiden. Für eine normale Reinigung reicht es meistens aus, dem – nicht zu heissen! – Wasser einen normalen Allzweckreiniger beizumischen.

Bürste her, Boden reinigen!

Hartnäckige Flecken auf normalem Plattenboden oder Fliesen werden mit einer Bürste behandelt, Kalk- oder Zahnpasta-Flecken im Bad mit einem handelsüblichen Entkalker entfernt. Für die Wand-Plättli in der Küche, die meist durch Fettrückstände verschmutzt sind, verwendet man am besten warmes Wasser und Spülmittel. Auch diese können mit der Bürste behandelt werden. Andere Möglichkeiten sind, mit Vollwaschmittel oder Kernseife zu reinigen. Im letzteren Fall müssen die Rückstände mit einem Kunststoffspatel abgekratzt werden. Die Plättli werden am Schluss mit klarem Wasser abgewischt und mit einem Mikrofasertuch getrocknet

Die Fugen spielen bei Plättli-Flächen meist eine Nebenrolle. Gerade hier musst du aber Vorsicht walten lassen; durch exzessiven Einsatz von Bürsten aller Art, nehmen sie Schaden und verkratzen. Und: Fugen reagieren auf Säure, deshalb säurehaltige Reiniger nicht allzu lange auftragen!

Parkettboden reinigen

Parkettboden soll am besten gefegt und nicht staubgesaugt werden. Da Parkett nicht gleich Parkett ist, muss er unterschiedlich behandelt werden. Geölter oder gewachster Parkett reinigt man am besten mit Hartholzseife respektive wachshaltigen Produkten, versiegelter oder lackierter Parkett mit speziellen Lackseifen. Aggressive Putzmittel und Dampfreiniger auf jeden Fall im Schrank lassen! Bist du dir unsicher, fragst du am besten eine Fachperson. Das von dir verwendete Wischtuch sollte aus Baumwolle sein.

Holz und Wasser sind kein Dreamteam, will heissen: Bei Parkett- und Laminatböden sollte auf jeden Fall vermieden werden, dass das Reinigungswasser auf dem Boden stehen bleibt! Das Wasser kann sonst in den Boden eindringen und diesen aufquellen lassen. Im schlimmsten Fall bildet sich Schimmel. Falls du zu viel Wasser erwischst hast, trocknest du Tropfen und kleine Pfützen am besten kurz nach.

Beim Reinigen der Böden auf Tiger & Co. vertrauen

Anstelle chemischer Mittel, leisten natürliche Hausmittel gute Hilfe beim Reinigen von Böden. Normaler Essig beispielsweise eignet sich bestens zur Reinigung glatter Fussböden wie Laminat, Plättli oder PVC. Dabei kannst du ruhig sparsam dossieren; Essig ist der Tiger unter den natürlichen Reinigungsmitteln und beseitigt Fett, Kalk und Rost ohne Probleme. Zudem tötet er Bakterien und Keime durch seine antiseptischen Eigenschaften ab. Anders als Essig und Essigessenz, lässt sich Essigreiniger unverdünnt anwenden.

Meister Proper hatte recht mit seinen Zitronen: Auch sie sind wahre Wunderwerke der Natur, wenn es um Reinigung und Desinfektion geht. Zitronensäure reinigt Plättli im Badezimmer oder in der Küche. Vielleicht hast du Fugen, die dreckig und grau geworden sind. Hier hilft Zitronensäure ebenfalls. Aber: Während Plättli aus Keramik, Steinzeug und Feinsteinzeug säurebeständig sind, verträgt Naturstein wie Marmor, Schiefer oder Sandstein keine Säure!

Putzfüchse empfehlen ausserdem Kernseife, Backpulver, aufhellende Zahnpasten, Orangenschale sowie – tatsächlich – Buttermilch zum Entfernen verunreinigter Stellen. Bei Teppichböden und Teppichen soll Sauerkraut wahre Wunder vollbringen. Aber das wäre ein anderes Putzmärchen.