Das Lichtkonzept für die Wohnung

Trendig eingerichtete Wohnung mit verschiedenen Lichtquellen.

Vorbei sind die Zeiten, in denen die eine Lampe an der Decke genügte. Wer seiner Wohnung schmeicheln und den Augen etwas Gutes tun will, arbeitet heutzutage ein Lichtkonzept aus. Wir sagen dir, worauf du dabei achten musst.

Es ist noch gar nicht so lange her, da gab es beim Licht keine grossen Entscheidungen zu treffen. Kerzen, Gaslampen. Punkt. Noch um 1900 war die Glühbirne purer Luxus. In Sachen Beleuchtung sind wir heutzutage in einer anderen Zeitrechnung angekommen. Jetzt geht es nicht mehr nur um Licht, sondern – Achtung! – um ein passendes Lichtkonzept. Einfach ein paar Lampen an die Decke zu hängen – das war einmal. Fachleute sagen sogar: Solange kein Lichtkonzept steht, besser provisorisch nur «nackte» Glühlampen aufhängen.

Lichtkonzept – Mix aus verschiedenen Arten von Beleuchtung

Beim Ausarbeiten eines Lichtkonzepts spielen viele Faktoren eine Rolle: Wie wird welcher Raum genutzt? Sind natürliche Lichtquellen vorhanden? Wie gross und hoch sind die Räume? Fachleute unterscheiden ausserdem direktes und indirektes Licht und versuchen, «Lichtinseln» zu schaffen. Nicht überall muss Licht à gogo vorhanden sein. Es kann also kompliziert werden. Oder doch nicht?

Grundsätzlich: Willst du eine ideale Raumbeleuchtung hinkriegen, kannst du die eine, glücklich machende Lichtquelle vergessen. Je nach Raum, braucht es a) eine Grundbeleuchtung, b) ein Arbeitslicht, c) ein Akzentlicht und d) ein Stimmungslicht.

Das Grundlicht sorgt für genügend Helligkeit im Raum. Lichtquellen können hier zum Beispiel Spots oder Wandleuchten sein. Idealerweise sind sie dimmbar und leuchten indirekt. Ein Arbeitslicht sollte überall dort leuchten, wo es etwas zu tun gibt. Schon mal im Halbdunkeln Unterlagen gelesen, Babys gewickelt oder Zwiebeln geschnitten? Eben.

Das warme Stimmungslicht sollte – wie der Name schon sagt – zur guten Stimmung beitragen, etwa am Esstisch oder in der Sofaecke. Kreativ werden darfst du dann beim Akzentlicht. Kurz gesagt: Hier darf das Auge durchaus einmal vor der Vernunft urteilen, auch wenn die Lichtmenge in Richtung null tendiert. Die auf dem Flohmarkt erstandene Kopie einer Gallé-Leuchte? Oder der die leuchtende rosa Wolke für‘s Kinderzimmer? Her damit!

Beleuchtungslabor Wohnzimmer, naturweisse Küche

Das Wohnzimmer bietet wohl am meisten Gelegenheit, verschiedene Lichtquellen zu kombinieren. Neben der Grundbeleuchtung, hat es hier Platz für eine Stehleuchte beim Lesesessel, dort für ein Akzentlicht bei der Skulptur aus Südostasien. Falls du das anstrebst: Hier ist der Ort, an dem du lichtmässig klotzen statt kleckern darfst. Die selbstgeschmiedete Riesenstehleuchte? Oder die bei deiner USA-Reise erstandene Installation aus Leuchtstoffröhren? Genau.

Während im Esszimmer oder Essbereich eine Hängeleuchte über dem Tisch sinnvoll ist, ruft die Küche geradezu nach guter Ausleuchtung und naturweissem Licht. Es versteht sich von selbst, dass vor allem die Arbeitsflächen gut ausgeleuchtet werden sollen.

Leselampen im Schlafzimmer und Büro, Spots im Bad

Ganz anders in den Schlafzimmern. Hier ist weniger oft mehr: Eine Stehlampe oder Hängelampe spendet meist genug Licht. Wenn du öfters im Bett liest, ist ein Spot oder Bürolampe am betreffenden Ort eine gute Idee. Eine Alternative ist, indirektes Licht über Deckenfluter zu planen und mit Leselampen zu ergänzen.

Im Büro wird nicht nur zum Spass gelesen. Deshalb muss hier unbedingt eine Schreibtischlampe her, die gebündeltes Licht wirft. Ein Grundlicht, etwa der bereits erwähnte Deckenfluter, sollte zur Schonung der Augen ebenfalls zur Verfügung stehen. Für die Beleuchtung von Bücherregalen sind direkt am Regal angebrachte Clip-Spots mit drehbarem Kopf eine gute Idee.

Im Bad und WC leuchtet oft ein Grundlicht. Am besten liefern dieses kleine, in die Decke eingelassene Spots mit beweglichem Leuchtwinkel. Leuchten sind oft auch am Spiegelschrank angebracht. In kleinen Badezimmern genügen sie meist als Grundbeleuchtung. Diese sollten aber seitlich installiert sind, weil dann das gespiegelte Gesicht gleichmässig ausgeleuchtet wird. Ambiente schaffen Stimmungs- und Akzentlichter.

Die Farbtemperatur im Lichtkonzept – Was sind Kelvin und Lumen?

Ein Lichtkonzept stellt nicht nur in Rechnung, welches Licht wann und wo gebraucht wird, sondern auch mit welcher Art Licht wir uns am wohlsten fühlen. Entscheidend ist dabei, über welche Farbtemperatur das Licht verfügt.

Normalerweise in Kelvin-Werten angegeben, gibt sie darüber Auskunft, von welcher Farbe das von der betreffenden Lichtquelle abgegebene Licht ist. Dieses variiert von gelblich-warm bis bläulich-kühl. Neutralweisses Licht weist Kelvin-Werte zwischen 3300 und 5300 auf. Was darunter liegt, wird von uns als wärmeres Licht wahrgenommen, darüber empfinden wir es als kälter.

Während also Kelvin sagt, welche Farbe das Licht aufweist, gibt «Lumen» darüber Auskunft, wie gross die Lichtmenge ist, die ein Leuchtkörper abgibt. Während bis vor kurzem noch Angaben in Watt gebräuchlich waren, beschreibt heute Lumen, wie hell eine Lichtquelle leuchten wird. Den Lumen-Wert errechnest du, indem du die Watt-Angabe mal zehn rechnest.

Lichtmenge und -farbe sind beim Lichtkonzept nicht zu vernachlässigen. Dort, wo es gemütlich werden soll, wählst du eher Lichtquellen mit niedrigen Kelvin- und Watt-Werten. Zum Arbeiten sind kältere Lichtfarben zu empfehlen, da sie anregend wirken.

Wie erstelle ich ein Lichtkonzept?

Um zu deinem idealen Lichtkonzept zu kommen, gehst du zusammen mit deinen Mitbewohnern der Reihe nach die Räume (inklusive Treppen und Eingangsbereich) ab. Es gilt zu überlegen, was dort gemacht wird, welche Lichtquellen und Atmosphäre wünschenswert wären.

Beim Rundgang hältst du deine Augen am besten weit offen und den wachen Verstand eingeschaltet: Vor allem in Mietwohnungen sind die Anschlüsse zwar mehrheitsfähig angelegt. Das heisst aber nicht, dass du die mittig vorgesehene Hängelampe im Wohnzimmer auf jeden Fall nutzen musst.

Wie weit du mit deinem Lichtkonzept gehen willst, ist Geschmackssache. Brauchst du wirklich ein Intelligentes Beleuchtungssystem, um das Arbeitslicht in der Küche vom geparkten Auto aus zu aktivieren? Programmierte «Lichtszenen»? Den Touchscreen im Eingangsbereich, auf dem Beleuchtungsbefehle durchgegeben werden? Das ist heutzutage möglich, bleibt aber Sache des Geschmacks und des Geldbeutels. Schlussendlich könnte es auch einfach wieder einmal schön sein, eine Kerze anzuzünden, oder?