Die besten Alternativen zum Weihnachtsbaum

Oh, du lieber Weihnachtsbaum: Die meisten lieben ihn und nehmen dafür in Kauf, dass eine Tanne für zwei Wochen Aufmerksamkeit gefällt wird. Welche umweltfreundlichen Alternativen gibt es?

Der Weihnachtsbaum ist zum Statement geworden: Die einen halten sich an natürliche Ressourcen und behängen ihren Weihnachtsbaum mit Strohsternen und Lebkuchenherzen. Den anderen kann es nicht «bling bling» genug sein und verweben unzählige Meter Lametta am Baum. Aber die Qual der Wahl beginnt eigentlich schon vorher – mit dem Kauf des Baums selber.

Oh, du armer Weihnachtsbaum

Rottanne, Nordmanntanne oder gar Plastiktanne? Und vor allem: Wie steht es in Zeiten schmelzender Polarkappen eigentlich mit der ökologischen Seite unserer geliebten Weihnachtsbäume?
Nichts trauriger als all die entnadelten und dürren Nach-Weihnachtsbäume, die am Strassenrand auf ihre Entsorgung warten. Gschämig ist es ja schon, dass ein Baum für zwei, drei bewundernde Blicke an Heiligabend tatsächlich sein Leben lassen muss.
Das Öko-Drama beginnt allerdings schon vorher: Viele der Weihnachtsbäume stammen aus Monokulturen. Einmal abgesehen von allfälliger Weise eingesetzten Düngemitteln und Pestiziden, sind diese für Insekten und Vögel völlig wertlos und für die Böden eine Belastung. «Oh, Tannenbaum!», könnte man da lamentieren. Geht es auch anders?

Das grosse Aber beim Weihnachtsbaum aus Plastik

Die gute Nachricht: Eindeutig! Das weltweite Netz hält eine überbordende Fülle an Ideen für alle bereit, die es anders versuchen wollen. Nun ist der alternative Weihnachtsbaum aus Plastik wenig überraschend und auch nicht wirklich innovativ. Und natürlich kann ihm die Ähnlichkeit mit einer echten Tanne nicht abgesprochen werden. Das grosse Aber dabei: Eine Plastiktanne ist nicht unbedingt ökologischer als ihre echte Schwester. Denn produziert muss ja auch sie werden.
Künstliche Weihnachtsäume werden in der Regel aus fossilen Rohstoffen hergestellt, die bei der Produktion CO2 freisetzen. Zusätzlich können sie für die Entsorgung problematische Stoffe wie PVC und PE enthalten oder Schadstoffe wie Weichmacher. Die Produktion findet heutzutage meistens irgendwo im Fernen Osten mit seinen immer noch minimalen Umweltstandards statt. Der anschliessende Transport nach Europa generiert zusätzliche Emissionen.
Wer sich aber trotzdem in einen Weihnachtsbaum aus Plastik verguckt hat, der sollte ihn mindestens sechs Jahre lang nutzen. In Sachen Ökologie schneidet er sonst schlechter als der gefällte Echt-Baum ab. Andere Schätzungen gehen allerdings noch von einer deutlich längeren Mindest-Nutzung aus.

Umweltfreundliche Alternativen zum Weihnachtsbaum

Wer es ernst meint und darauf vertraut, dass ihn eine Weihnachtsbaum-Alternative nicht in ein emotionales Weihnachtsloch fallen lässt, dem tun sich kreative Möglichkeiten auf. Nach eingehendem Surfen haben sich diese umweltfreundlichen Weihnachtsbaum-Alternativen zu den Top-Ideen gemausert:

  1. Weihnachtsbaum aus Holz: Hier gibt es viele verschiedene Möglichkeiten. Überzeugend ist der Weihnachtbaum aus einem alten Holzrost, auf den mit weisser Farbe eine Tanne aufgespritzt oder gemalt werden kann. In die Palette werden Nägel geschlagen. Kugeln, Süssigkeiten und so weiter können daran angebracht werden. Sieht gut und individuell aus und kann vor dem Weihnachtsfest bereits als Weihnachtskalender genutzt werden!
  2. Weihnachtsbaum-Mobile: Für das Mobile am besten als Aufhänge-Vorrichtung einen runden Rost und dünne, gleichlange Ketten benutzen, die an einem Karabiner befestigt werden. Ja, der Karabiner muss irgendwie an die Decke gebracht werden. Aber das Mobile selber kann nach Lust und Laune mit Schnur oder Faden sowie herkömmlichem oder verrücktem Weihnachtsschmuck gestaltet werden. Soll dein Mobile die Gestalt eines Weihnachtsbaums nachahmen, dann hängst du die ersten (kleineren) Kugeln an kurze Fäden in die Mitte des Rosts und arbeitest dich mit immer längeren Fadenstücken nach unten und an die Aussenseiten des Rosts.
  3. Sehr cool sind Weihnachtsbaum-Abbildungen aus Tape direkt an der Wand: Dazu in der Papeterie hübsche, weihnachtliche Tapebänder kaufen und damit einen Weihnachtbaum an die Wand tapen. Schnell, unkompliziert und trotzdem kreativ.
  4. Oder ein Weihnachtsbaum à la Osterbäumchen? Äste sammeln, in einer Vase arrangieren und den Lieblingsweihnachtsschmuck dran hängen. Soll es die Deluxe-Variante sein, die Äste mit einer Farbe bemalen. Weiss, rot oder vielleicht grau? Je nachdem, welcher Baumschmuck Verwendung findet, kann das der echte Hingucker sein. Kleiner Preis und – wenn schon kein Baum – trotzdem die Natur in der guten Stube.
  5. Und dann noch die Minimalisten-Alternative: In der Kinder- oder Bastelabteilung eine grosse Tafelwand kaufen, dazu Kreiden. Los geht es: Zusammen mit der Familie den Traum-Weihnachtsbaum zeichnen. Schnell aufgebaut, schnell abgeräumt und völlig ohne Nadeln am Boden! Keine Nervenzusammenbrüche, sondern weihnachtliche Kreativ-Stimmung!

Mobile- und Tape-Baum sind im Übrigen auch eine gute Idee, für alle mit wenig Platz in der Wohnung!

Weihnachtsbäume – in echt, aber öko

Tja, aber was, wenn man sich von der Idee eines echten Baumes an Weihnachten und den Geruch nach Harz einfach nicht verabschieden kann? Auch echte Tannen können ökologisch verträgliche Weihnachtsbäume sein – vorausgesetzt, sie wurden in der Schweiz und möglichst in der Region kultiviert.
In Schweizer Zuchten kommen weniger Herbizide, Pestizide und Fungizide sowie Düngemittel zum Einsatz, einmal ganz abgesehen von kürzeren Transportwegen. Wie bei anderen Produkten auch, ist es immer eine gute Idee, beim Produzenten in der Nähe zu kaufen oder nach Bäumen mit Label (zum Beispiel Bio-Knospe oder FSC) Ausschau zu halten. Mittlerweile werden auch Leihtannen angeboten, die nach den Festtagen wieder in den Boden gepflanzt werden. Also dürfen wir doch ein fröhliches «O Tannenbaum, o Tannenbaum!» anstimmen, denn, wenn wir uns ein bisschen Mühe geben, darf er uns weiterhin hoch erfreuen und gefallen.