Endlich zusammenziehen: Tipps für ein harmonisches Zusammenleben

Das Zusammenziehen, ganz egal, ob als frisch verliebtes Paar oder als Wohngemeinschaft unter Studenten beziehungsweise Freunden, beschreibt den Beginn einer völlig neuen Lebensphase. Plötzlich sind da zwei oder mehrere Menschen, die gemeinsam unter einem Dach wohnen und oft erst einmal lernen müssen, auf engem Raum miteinander auszukommen. Nicht immer läuft dabei alles stressfrei und entspannt ab, denn jeder hat seine Macken und Schwächen. Das ist jedoch völlig normal und menschlich. 
Wer ein paar hilfreiche Tipps beherzigt, darf sich aber innerhalb der neu gegründeten Gemeinschaft über eine harmonische und relaxte Atmosphäre freuen.

Bei der Inneneinrichtung sollte jeder Mitspracherecht haben.

Eine Frage des persönlichen Geschmacks …

Gediegene Landhausmöbel oder kunterbunter Stilmix: Was die Einrichtung betrifft, so hat wohl jeder Mensch andere Vorstellungen. Die Einen mögen es modern und puristisch, die Anderen eher extravagant oder urig-rustikal. Wichtig ist, dass jeder Bewohner bei der Einrichtungsfrage Mitspracherecht hat. Wer sich partout nicht auf einen Nenner einigen kann, schafft innerhalb der Wohnung verschiedene „Zonen“: gemeinsame Bereiche, die möglichst neutral ausgestattet werden, sowie individuelle Zonen, die jeder nach seinem persönlichen Geschmack gestalten kann. Dass die einzelnen Bewohner so tolerant sind, den Anderen nicht für seinen Einrichtungsstil zu kritisieren oder zu belächeln, sollte selbstverständlich sein.

Gemeinsam leben und trotzdem Individuen bleiben

Gemeinsam in einer Wohnung zu leben, bedeutet zudem nicht, jede freie Sekunde miteinander zu verbringen. Ganz im Gegenteil, auch nach dem Zusammenleben bleiben alle beteiligten Personen Individuen, die ein Recht auf persönlichen Freiraum haben. Dazu gehört auch, den oder dem Anderen gewisse Ruhezeiten zu gönnen, in denen auch wirklich nicht gestört werden darf. Dies ermöglichen entweder klare Absprachen … oder auch kleine und nette (!) Hinweisschilder an der Tür zum privat genutzten Zimmer.

Um Missverständnisse zu verhindern, sollte eine Aufgabenverteilung erstellt werden.

Die Aufgabenverteilung: Ein Putzplan ist gar nicht uncool

Ob berufstätiges Paar oder unternehmungslustige WG, das leidige Thema Haushalt gibt oft Anlass für Streitigkeiten. Das bewusste Übersehen eines Geschirr- oder Wäscheberges muss noch nicht einmal der Auslöser sein, denn oft kommt es bei der Verteilung der Aufgaben im Haushalt einfach nur zu Missverständnissen. Diese werden jedoch am besten durch einen konkreten Putz- oder Aufgabenplan verhindert. Ein solcher Plan ermöglicht eine gerechte Aufgabenverteilung … und niemand kann sich mehr herausreden, dass er „eigentlich gar nicht dran ist“ oder von nichts gewusst hat.

Rücksicht und Toleranz

Ein anderes Thema, das immer wieder zu Streitigkeiten und Auseinandersetzungen sorgt, ist fehlende Rücksichtnahme. Der Frühaufsteher, der schon lange vor dem Morgengrauen zur Schicht antreten muss, ist genervt von der Nachteule, die noch nach Mitternacht den Fernseher oder die Musik auf unüberhörbarer Lautstärke laufen lässt. Einfach den Stecker zu ziehen, ist hier sicherlich keine gute Lösung. Ein Appell an die Rücksichtnahme des Anderen dagegen schon. Wenn jeder etwas weniger egoistisch handelt und sich dem Anderen gegenüber rücksichtsvoll verhält, ist ein harmonisches Zusammenleben ohne Probleme möglich. In einem ruhigen Gespräch sollte versucht werden, den individuellen Tagesrhythmus so gut wie möglich aufeinander abzustimmen.

Deins und meins: Bei Geld hört die Freundschaft auf?

Schon vor dem Zusammenziehen sollten alle Beteiligten die finanziellen Aspekte klären. Werden alle Fixkosten wie beispielsweise Miete und Strom miteinander geteilt? Wer ist für die pünktliche Bezahlung dieser Rechnungen zuständig? Innerhalb einer Wohngemeinschaft kann es sinnvoll sein, die Miete entsprechend der jeweiligen Zimmergröße aufzuteilen, wobei die anteiligen Kosten für die Gemeinschaftsräume wie Küche und Bad aber unter allen Personen verteilt werden. Bei einem verliebten Paar, dass gemeinsam wohnen möchte, geht das in der Regel nicht, da die Wohnung von beiden zu gleichen Teilen genutzt wird. Hier werden alle Fixkosten am besten gerecht auf beide verteilt.

Aber was ist eigentlich mit den persönlichen Einkäufen? Mit der Milch im Kühlschrank oder der Tafel Schokolade auf dem Küchentisch? Grundsätzlich sollte sich niemand an den Vorräten einer anderen Person bedienen, es sei denn, es wurde im Vorfeld anders besprochen. Persönliche Gegenstände oder Lebensmittel einer anderen Person sollten, insbesondere innerhalb einer Wohngemeinschaft, tabu sein. Ausnahmen können die Regel natürlich bestätigen.
Ein kleiner Zettel an der frisch aufgefüllten Obstschale mit dem Hinweis „Bedient euch!“ und einem zwinkernden „Smiley“ schafft auch hier unmissverständlich Klarheit.