Energie sparen im Haushalt: Was wirklich etwas bringt

Schweizer Haushalte wenden volle zwei Drittel ihres Energiebedarfs fürs Heizen auf. Gleichzeitig ist das Sparpotenzial hier sehr gross.
Beim Strom- und Wasserverbrauch gibt es ebenfalls Optimierungsmöglichkeiten.

Autor: Karin Meier

Die rund 3,4 Millionen privaten Haushalte verbrauchen 31 Prozent des Stroms in der Schweiz. Für einen Modellhaushalt mit vier Personen sind dies jährlich rund 3500 Kilowattstunden elektrische Energie. Etwa die Hälfte davon wird für die klassischen Haushaltsgeräte eingesetzt: Kühlschrank und Gefriertruhe, Kochherd und Backofen, Geschirrspüler sowie Waschmaschine und Tumbler. Grundsätzlich gilt, dass neue Geräte der
besten Energieklasse A+++ den Stromverbrauch stark senken.

Mit Ökoprogramm waschen und spülen

Beim Kochen variiert der Stromverbrauch je nach Zubereitungsmethode stark. So bringt man zum Beispiel Wasser am besten in einem Wasserkocher zum Siedepunkt, falls man sich einen Tee zubereiten will. Schüttet man das Wasser in eine Pfanne um, um darin Salzkartoffeln oder Spaghetti zu kochen, wird die Energieeinsparung allerdings durch das Erhitzen der Pfanne wieder wettgemacht. Am effizientesten ist das Kochen mit einer geschlossenen Pfanne, die gleich gross ist wie die Herdplatte, auf der sie steht. Geht es um den Abwasch, schneidet ein gut gefüllter Geschirrspüler deutlich besser ab als manuelles Spülen unter fliessendem Wasser. Das gilt insbesondere, wenn ein Sparprogramm verwendet wird. Dieses reduziert nicht nur den Strom-, sondern auch den Wasserverbrauch.

Beim Kühlschrank empfiehlt es sich, die Temperatur auf 6 °C einzustellen. Alte Geräte sollten mit einem Modell der Klasse A+++ ersetzt werden, denn Herstellung und der Vertrieb eines Kühlschranks machen nur gut einen Viertel seines Energieverbrauchs aus. Da neue Geräte viel effizienter arbeiten, ist die Herstellungsenergie bereits nach rund drei Jahren amortisiert. Auch bei Waschmaschinen lohnt sich der Kauf eines Modells der Klasse A+++, da deren Stromverbrauch deutlich geringer ist. Besonders gross ist die Einsparung, wenn ein Ökoprogramm verwendet wird. Ohnehin sollten drei Viertel der Wäsche bei lediglich 30°C und der Rest bei 60°C gewaschen werden. Wer bei 30°C wäscht, spart bis zu 60 % Strom. Zum Trocknen hängt man die Wäsche idealerweise auf.

Set-top-Boxen sind Stromfresser

Die andere Hälfte des Stromverbrauchs geht zulasten der Beleuchtung und der Elektronik, wobei letztere anteilsmässig ständig zunimmt. Je nach Haushalt ist sie für 10–25 % des ganzen Stromverbrauchs verantwortlich. Viel Energie geht im Standby- Modus verloren, der bis zu 10 % des ganzen Haushaltsstroms ausmachen kann. Den grössten Stromverbrauch haben hier Set-Top-Boxen. Das Sparpotenzial lässt sich jedoch kaum nutzen, da ihre Wiederinbetriebnahme umständlich ist.

Andere Multimedia-Geräte wie alte Stereoanlagen, die im Standby-Modus ebenfalls viel Strom verbrauchen, sowie Computer und Drucker kann man jedoch problemlos vom Strom trennen. Bei Computern sind Notebooks vorzuziehen, da ihr Stromverbrauch nur einem Viertel von dem eines Desktop-PCs entspricht.

Die effizientesten Drucker sind jene ohne Faxfunktion, da diese eine Menge Strom benötigt. Bei der Beleuchtung sind LED- und Sparlampen Trumpf (siehe S. 6). Im Vergleich zu Halogenglühlampen verbrauchen sie rund 80 % weniger Strom. Achten Sie beim Kauf auf die Zahl der Ein- und Ausschaltungen. Sie ist auf der Verpackung angegeben und sollte mindestens 50 000 betragen, damit eine lange Lebensdauer gewährleistet ist.

Duschen statt baden

In der Schweiz verbraucht eine Person im Schnitt rund 50 Liter Warmwasser pro Tag. Dies entspricht ungefähr 15 % unseres gesamten Energieverbrauchs. Wer auf Vollbäder verzichtet und stattdessen duscht und
dabei eine energieeffiziente Duschbrause verwendet, spart eine Menge Wasser. Dasselbe gilt, wenn man an den Wasserhähnen in Küche und Bad Wassersparsets montiert. Beim Händewaschen nutzt man am besten kaltes Wasser. Weiter hilft es, den Boiler auf 50–60°C einzustellen. Mieterinnen und Mieter, die dies nicht selbst vornehmen können, sollten sich an ihre Liegenschaftsverwaltung wenden. Insgesamt lässt sich
mit dem Verzicht aufs Baden und effizienten Sanitärprodukten einiges bewirken: Eine vierköpfige Familie hat am Ende eines Jahres fast 300 Franken gespart.

Auf energieschweiz.ch sind zahlreiche Broschüren mit weiteren Tipps aufgeschaltet.