Fertighäuser: gut und günstig bauen

Fertighäuser bauen

Einfamilienhaus vom Hersteller Baufritz: Wohnraum in Einklang mit Mensch und Natur.

System- und Fertighäuser versprechen Kosteneinsparungen durch grössere Stückzahlen und moderne Vorfabrikation. Die günstigsten Fertighäuser gibt es schon ab rund 340’000 Franken. Die Hersteller betonen, ihre Häuser seien von erstklassiger Qualität.

Konventioneller Wohnungsbau in der Schweiz ist aufwändig und so teuer wie sonst nirgendwo auf der Welt. Praktisch jedes Einfamilienhaus wird individuell entworfen und in langwieriger, weitgehend manueller Handarbeit Stein für Stein erstellt. Die Idee von Fertig- und Systemhäusern mutet daher auf Anhieb einleuchtend an: Der Architekt oder die Baufirma wiederholt einen einmal entworfenen Haustyp, was Planungskosten spart. Und an die Stelle der langwierigen Handarbeit auf der Baustelle treten industrielle Methoden – möglichst viele Bauteile werden in einer Produktionshalle vorgefertigt und kommen fixfertig auf die Baustelle.

 

Montage des Hauses

Montage des Hauses inklusive Dach: in nur zwei Tagen möglich.

Fertighäuser: Schnell montiert

„Vom Beginn der Montage an ist unser Haus schon nach zwei Tagen fertig montiert, inklusive Dacheindeckung“, erläutert Bernd Waiblinger von der Swissbau Fertighaus AG. Das hat zugleich den grossen Vorzug, dass von diesem Moment an der ganze restliche Innenausbau – d.h. der Einbau von Küche, Bädern, Bodenbelägen etc. – vor dem Wetter geschützt ausgeführt werden kann. Laut Waiblinger sind Fertighäuser grundsätzlich genauso individuell anpass- und ausbaubar wie sonstige Gebäude auch. Selbstverständlich seien alle gängigen Labels wie Minergie und so weiter möglich, versichert er.

Die verschiedenen in- und ausländischen Anbieter operieren allerdings mit unterschiedlichen Definitionen von Fertighäusern und arbeiten mit verschiedenen Geschäftsmodellen. Je nach Haustyp und Lieferant gibt es zudem grosse Unterschiede, in welchem Mass importierte Bauteile verwendet oder Herkunftslabels wie „Swiss Made“ eingesetzt werden. Auch der Begriff „Fertighäuser“ kennt in der Praxis unterschiedliche Interpretationen. Mit Fertighäusern meint man etwas vereinfacht gesagt, dass die massgeblichen Bauteile vorgefertigt sind, und die Handwerker diese Elemente auf der Baustelle bloss noch zusammenfügen und danach den Innenausbau ausführen.

Damit verwandt ist die Philosophie, dass ein Anbieter ganz bestimmte Haustypen quasi aus dem Katalog anbietet. Dieses Vorgehen hat den Vorteil, dass die Fertighäuser sehr klar definiert sind und meist zu einem garantierten Festpreis offeriert werden können. Der klassische Hausbau mit einem Architekten bietet demgegenüber eine individuellere Planung, beschert dem Bauherrn aber öfters mehr Risiken, was den Bauablauf und die Kosten betrifft.

 

Fertighäuser kaufen

Fertighäuser von Swissbau Fertighaus AG: Holzrahmenbau und Vorproduktion als wichtigste Merkmale.

Ökologische Fertighäuser

Viele Hersteller von Fertighäusern setzen auf ausgereifte Konstruktionsweisen und setzen sie mit ökologischen Grundsätzen in Verbindung. So ist zum Beispiel der Schweizer Holzrahmen- oder Holzsystembau für diese Sparte geradezu prädestiniert. Gebäude im Holzrahmenbau sind sehr gut geeignet, sie von Anfang an als Minergie- bzw. Niedrigenergiehäuser zu konzipieren. Die statisch tragende Struktur aus Holz kann gut ausisoliert werden (zwischen den Holzrahmen liegt die Wärmedämmung). Oder anders gesagt: Bei gleich guter Wärmeisolation kann in einem solchen Wohnhaus mehr Wohnfläche angeboten werden. Die meisten Zimmereien, Architekten und Generalunternehmer, die sich auf dieses Segment spezialisiert haben, profilieren sich punkto Ökologie und Nachhaltigkeit. Dieser Ansatz von Holzbauten ist zudem hervorragend geeignet, um bestehende Gebäude mit vergleichsweise leichten und effizienten Anbauten oder Dachaufstockungen zu erweitern.

 

Fertighaus

Innenraum eines Swissbau Fertighauses

Was kosten Fertighäuser?

So wie andere legt beispielsweise der deutsche Hersteller Baufritz besonderen Wert auf Ökologie und ein gesundes Wohnklima. Da es keine Häuser „ab Stange“ seien, könnten die Kosten nicht mit Günstig-Häusern verglichen werden, erläutert Geschäftsführerin Dagmar Fritz. „Die Baukosten für ein qualitativ hochwertiges, wohngesundes ökologisches Haus liegen etwa 10 Prozent über den Kosten für ein konventionelles Haus“, betont sie. Auch beim Bau habe Nachhaltigkeit einen Mehrwert und damit ihren Preis.

Keine Berührungsängste, auch wirklich sehr preiswerte Fertighäuser zu offerieren, kennt Bernd Waiblinger von der Firma Swissbau Fertighaus AG: „Wir haben derzeit ein Aktionshaus ab 339’000 Franken im Angebot“, erläutert er. Dabei handelt es sich gewissermassen um ein ‚Einsteigermodell‘, aber immerhin zweigeschossig, mit 100 m2 Wohnfläche und einem Satteldach. Sogar eine Wärmepumpe (Luft-Wasser-Wärmepumpe) ist in diesem Angebot inbegriffen. Nicht inklusive sind hingegen verschiedene Nebenkosten, Garten und vor allem die Erdarbeiten wie der Aushub einer Baugrube etc. „Unser Vorgehen bietet dem Kunden einen Geschwindigkeitsvorteil und einen Kostenvorteil“, wirbt Waiblinger für seine Bauphilosophie. Individuelle Anpassungen und Änderungen seien aber genauso möglich wie bei einem Haus vom Architekten. Je nach Grösse, Innenausbau und weiteren Extras steigen natürlich auch bei Swissbau Fertighaus AG die Kosten an. Von den Erdarbeiten abgesehen geniesst der Kunde aber den Vorteil, dass der Preis für das Haus und für alle Extras pauschal vereinbart und als Festpreis zu verstehen ist.

Fazit: Etwas vom Wichtigsten bei Fertighäusern ist die Transparenz bei den Kosten. Bei einigen „schwarzen Schafen“ der Branche entsteht für den Kunden zunächst der Eindruck, dass die Kosten ausgesprochen tief liegen. Erst nach und nach stellt sich heraus, dass sehr viele Bauteile, Elemente und Ausbauarbeiten separat in Rechnung gestellt werden. Hinzu kommt, dass einem beim günstigen Bauen oft die teuren Landkosten einen Strich durch die Rechnung machen. Vielerorts kostet der Quadratmeter Land 800 oder 1000 Franken. Fachleuten erscheint es fraglich, an eher teuren Lagen allzu günstig bauen zu wollen. Denn die Wiederverkäuflichkeit eines solchen Hauses wäre möglicherweise eingeschränkt – an exklusiven 1a-Lagen sind erfahrungsgemäss teuer ausgebaute Immobilien gefragt.

 

Fertighaus gebaut

Fertighaus von Baufritz

Checkliste System- und Fertighäuser

  • Die in den Katalogen aufgeführten Preise beinhalten in der Regel die reinen Gebäudekosten. Hinzu kommen in jedem Fall Ausgaben für Gebühren, Bewilligung, Erschliessung und Umgebungsarbeiten von etwa 80’000 bis 100’000 Franken. Ebenfalls nicht eingeschlossen ist der Erwerb eines Grundstücks.
  • Die Montage von vorfabrizierten Bauteilen der Fertighäuser erfordert hohe Präzision. Kaufen Sie ein Fertighaus nur bei einer Firma mit sehr guten Referenzen, Erfahrung und einem eingespielten Team.
  • Fertighäuser können grundsätzlich von sehr guter Qualität sein. Als Käufer sollte man aber vor allem darauf achten, wie nach dem Bau Service und Garantiearbeiten organisiert sind und ob man einen Ansprechpartner in der Schweiz hat.
  • Erkundigen Sie sich, welche Garantien geboten werden und wer konkret für Mängelbehebung und Reparaturen zuständig ist. Zumindest sollte die Norm SIA 118 Bestandteil des Vertrags sein, welche unter anderem Garantiefristen und Gewährleistung regelt.
  • Handelt es sich um importierte Fertighäuser, muss geprüft werden, ob sie überhaupt die Schweizer Bauvorschriften erfüllen – zum Beispiel die Wärmedämmvorschriften.