Gewisse Räume haben Seele trotz Leere

Wir kennen das alle; gewisse Räume haben eine wunderbare Ausstrahlung obwohl sie praktisch leer sind. Im umgekehrten Falle steht man auch nach vielen Investitionen und Massnahmen einem seelenlosen Raum gegenüber – was macht es denn aus, dass ein Raum eben ‚etwas hat‘ obwohl er nichts hat?

Betrachtet man historische Architektur und vergleicht diese mit heutigen Bauwerken, bekommt man bereits die erste und wohl wichtigste Antwort. In früheren Zeiten wurde viel mehr Wert auf den Innenausbau gelegt, man hat vor der Einrichtung in die eigentliche Gebäudehülle investiert. Auch im Innenbereich. Schöne Holzverschalungen, abgesetzte Türen, gefräste Türrahmen, Zierleisten, Stuckaturen und hochwertige Holzböden gehörten ehemals zur Grundausstattung. Stellt man dem einen modernen Bau gegenüber, entsteht nicht selten der Eindruck einer Schachtel mit Löchern, halt vier Wände mit Fensteröffnungen. Punktum. Wir verzichten heute fast gänzlich auf einen strukturierenden Innenausbau, als Folge davon begegnet man allerorts mit Dekoplunder vollgestopfte Wohnräume. Auf etwas hilflose Weise versuchen viele die mangelnde Ausstrahlung eines Raumes zu beheben, selten mit Erfolg.  Eine Anhäufung von Nettigkeiten vom Boden bis zur Decke vermag in den seltensten Fällen Schwachstellen in der Grundstruktur eines Raumes zu beheben. Wer es wagt, direkten Einfluss auf das Raumgefüge und nicht nur auf den Rauminhalt zu nehmen, spart Zeit und Geld. Und darf erleben, wie einem Raum Leben eingehaucht wird.

Hell und breit gehaltene Tür- und Fenstereinfassungen geben Halt und schaffen Übergänge

Hell und breit gehaltene Tür- und Fenstereinfassungen geben Halt und schaffen Übergänge.

Trick Nr. 1:  Farbe an die Wand

Nein, kein knalliges Orange, Gelb oder Blau. Zurückhaltende Beige, Oliv- oder warme Grautöne geben eine Raum unglaublich viel Substanz. Achtung: Fenstereinfassungen hell halten!

Trick Nr. 2:  Holzverschalungen

Vor allem in Schlaf- und Kinderzimmern gibt es doch nichts Schöneres als sogenannte ‚boiserien‘ – Holzverschalungen bis zur Bilderleiste und entsprechende Abschlüsse.

Trick Nr. 3:  Sprossenfenster

Klar, sie sind etwas aufwändiger in der Reinigung, aber der Charme von Sprossenfenstern ist unübertroffen.

Lasierte Sichtbalken und eine Steinwand, die wie eine Aussenmauer gestaltet ist, verleiht Charakter.

Lasierte Sichtbalken und eine Steinwand, die wie eine Aussenmauer gestaltet ist, verleiht Charakter.

Trick Nr. 4:  Sichtbalken

Eine der grossen Fehlinvestitionen in Umbauprojekten sind Stahlträger, die bestehendes Gebälk vollumfänglich ersetzen. Einzelne Balken können als Raumgliederung stehen bleiben, vielleicht auch nur als Zierde. Dünn aufgetragene weisse Lasur hebt den allzu rustikalen Touch auf.

Trick Nr. 5:  breite Einfassungen

Geben Sie den Fenster- und Türeinfassungen optischen Halt. Breite Einfassungen in der Farbe der Fenster schaffen nicht nur Übergänge, erst sie machen aus dem ‚Loch in der Wand‘ ein Fenster. Das gleiche gilt für Türdurchgänge.

Trick Nr. 6:  Steinmauer

Finger weg von Imitaten, womöglich aus Kunststoff. Lassen Sie an einer Wand grobe Bollensteine mit Aussenmörtel anbringen und schon hat der Raum Geschichte.

Trick Nr. 7:  Hohe Bodenleisten

Hohe Bodenleisten sind nicht nur praktisch, sie definieren auf wunderbare Weise den Übergang von Boden zur Wand. Wenn dieses Gliederungselement dann noch gekonnt in die Türeinfassung übergeht: perfekt!

Trick Nr. 8:  Deckenzierleisten

Schnörkelige Stuckaturen können in vielen Räumen verfehlt wirken. Hingegen schmale Zierleisten schaffen einen schönen Übergang vom Wandbereich zur Decke und geben Charakter.

 

 

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