Architektur

Was ist Architektur?

Entwurf und Gestaltung von Bauwerken unter Berücksichtigung ästhetischer, technischer, sozialer, wirtschaftlicher und ökologischer Belange. Im Unterschied zum «blossen» Bauen bemüht sich Architektur um die Koordination vielfältiger Werte, Ansprüche und Erfahrungen.

Architektur – ein Ausschnitt

Architektur begegnet uns im Alltag an jeder Ecke, angefangen bei prachtvollen Jugendstilbauten wie die Chachelihüüser in Zürich-Enge über barocke Monumente wie die Jesuitenkirche in Luzern bis hin zu modernen Bauwerken wie dem BIZ-Turm in Basel. Architektur ist dabei weitaus mehr als lediglich die Erschaffung von künstlichem Raum. Sie vereint Baukunst mit ästhetischer Gestaltung, die sich über die vorwiegend pragmatischen Zwecke funktionaler Gebäude hinwegsetzt und den Fokus auf künstlerische Qualitäten verschärft. Hierin unterscheidet sich letztendlich Architektur von „blossem“ Bauen, welches in erster Linie einer Bedarfserfüllung gleichkommt und wesentlich zweckorientierter ist. Die Historie reicht dabei weit zurück. Kunst und Kultur sind seit Menschengedenken unser wichtigstes Gut, und erst durch sie wurde der moderne Mensch überhaupt dazu befähigt, seinen grossen, evolutionären Sprung zu schaffen – und dies spiegelt sich auch seit jeher in seiner Behausung wider.

Mit zunehmender architektonischer Expertise sowie einem stets wachsenden Verständnis von Statik und Physik entwickelten sich im Laufe der Jahrhunderte und Jahrtausende ganze Stilepochen, jede mit ihren ganz individuellen Ansprüchen an Kunst und Ästhetik des zu Erbauenden. Die Moderne dürfte dabei die grösste Vielfalt an architektonischen Stilen binnen so kurzer Zeit hervorgebracht haben. Angefangen ab Mitte des 19. Jahrhunderts lassen sich hier Stile wie Arts and Crafts Movement, Jugendstil oder die organische Architektur nennen. Ab dem 20. Jahrhundert führten Traditionalismus, Prager Kubismus, Expressionismus, Nordischer Klassizismus, Art Déco und Konstruktivismus den stilistischen Geschmack an. Bis heute sind weite Teile der Welt geprägt von der Klassischen Moderne beziehungsweise vom Internationalen Stil, wobei immer wieder die Experimentierfreudigkeit junger Architektinnen und Architekten in ihren Werken zum Ausdruck kommt – etwa im Minimalismus der 1980er Jahre oder im Supermodernismus von heute.

Architektur im Hier und Jetzt

Wie es um die Zukunft der Architektur aussieht, steht natürlich offen. Der künstlerische Anspruch an diese Profession erzeugt eine Dynamik, die langfristig nicht vorherzusagen ist. Der momentane Trend des Supermodernismus oder der Blobarchitektur (wie etwa die Münchener Allianzarena oder die London City Hall) findet zwar auf grosser Skala an Beliebtheit, in Puncto Eigenheim sind jedoch eher andere Qualitäten gefragt. In Zeiten von ökologischer Nachhaltigkeit und effizienter Ressourcen-Nutzung dürften Themen wie Ökologisches beziehungsweise Grünes Bauen gerade im privaten Bausektor im Mittelpunkt stehen. Passivhäuser aus biologisch abbaubaren Ressourcen mit optimaler Wärmedämmung und von erneuerbaren Energiequellen betrieben sind sicherlich ein Trend, der sich weiterhin fortsetzen wird. Dabei sind auch hier der architektonischen Gestaltung keine Grenzen gesetzt, und das Erbauen von modernen, interessanten Gebäuden lässt sich so mit umweltfreundlichen Techniken in Einklang bringen.