Sanierung

Sanierung ohne Baugenehmigung

In der Schweiz ist eine Haus- oder Wohnungssanierung ohne Baugenehmigung unter Umständen gefährlich, weil die Anzahl der Bauvorhaben, die keine Baubewilligung erfordern, überschaubar ist. Da es eine ganze Flut von unterschiedlichen Bauvorschriften auf Bundes-, Kantons- oder Gemeindeebene gibt, lohnt sich die vorgängige Abklärung bei der Gemeindeverwaltung auf jeden Fall.

Sanieren ohne Architekt

Wer nicht vorhat, eine ganze Haussanierung vorzunehmen, sondern nur die Erneuerung einzelner Bereiche wie Badezimmer oder Küche plant, benötigt keinen Architekten. Setzen Sie sich direkt mit geeigneten Profis wie Maler, Schreiner, Küchenbauer usw. in Verbindung oder – bei mehreren Arbeiten – mit einem Generalunternehmen. Profis wissen, welche Massnahmen allenfalls einer Baugenehmigung bedürfen.

Sanierung Gebäude bei Denkmalschutz

Das Sanieren von «denkmalgeschützten» Häusern ist grundsätzlich möglich. Bauherren sollten die kantonale Denkmalpflege aber möglichst früh einbeziehen. Was gebaut werden kann und welchen Kostenanteil die Denkmalpflege übernimmt, entscheidet sich von Fall zu Fall. Wer nicht sicher ist, wie es um den Denkmalschutz des betreffenden Gebäudes steht, sollte sich vorweg bei der Gemeinde erkundigen, ob das Gebäude im Inventar der erhaltens- oder schützenswerten Objekte aufgeführt ist. Falls ja, gibt es verschiedene Abstufungen:

– Bei erhaltens- oder schützenswerten Objekten kann die Gemeinde selbst über Sanierungen entscheiden, wobei die Denkmalpflege Empfehlungen abgeben kann.

– Gehört das Haus zu den «K-Objekten» (Objekten von kantonalem Interesse) oder zu den formell denkmalgeschützten Gebäuden, muss zwingend die Denkmalpflege beigezogen werden.

Sanierung nach Minergie

Unter dem Motto «Gebäudeprogramm» wird seit 2010 die energetische Sanierung von Gebäuden gefördert. Für Hausherren heisst das: Für die Sanierung der Gebäudehülle, den Ersatz alter Fenster bei gleichzeitiger Sanierung der sie umgebenden Fassadenfläche oder die Wärmedämmung an Dach, Wänden und Böden gibt es Geld vom Staat. Entspricht der Umbau den Minergie-Standards für energieeffizientes Bauen, gibt es in den meisten Kantonen weitere Fördermittel. Mehr Infos auf http://www.dasgebaeudeprogramm.ch/index.php/de/foerderung/was-wird-gefoerdert.

Haussanierung nach Kauf

Wenn nach einem Hauskauf die Sanierung bei einer wirtschaftlichen Gesamtbetrachtung aller Massnahmen einem Neubau gleichkommt, gilt diese als «wirtschaftlicher Neubau». Da die kantonalen Praxen bei Sanierungen von Liegenschaften uneinheitlich sind, lohnt sich das Gespräch mit der Gemeinde.

Nach Schimmelbefall sanieren

Schimmel in Wohnräumen muss aus Gründen der Gesundheitsvorsorge rasch und fachgerecht entfernt werden. Damit bei Sanierungen weder die Sanierer selbst, noch die Bewohner gefährdet werden, sollen Schimmelpilz-Sanierungen gemäss den Merkblättern der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt Suva und des Schweizerischen Maler- und Gipserunternehmer-Verbands SMGV durchgeführt werden. Mehr Infos gibt das Bundesamt für Gesundheit auf http://www.bag.admin.ch/themen/chemikalien/00238/01355/01358/10343/.

Einspruch gegen Sanierung

Umfassende Sanierungen von Gebäuden bedürfen in der Regel einer Baubewilligung. Diese wird vor der Erteilung öffentlich ausgeschrieben. Während der 20-tägigen Auflagefrist können Betroffene wegen Verletzung von öffentlichen oder privaten (insbesondere nachbarlichen) Interessen gegen das Bauvorhaben Einsprache erheben.

Mietwohnung sanieren

Wenn die Wohnungssanierung zumutbar ist, darf sie der Vermieter vornehmen. Mietende sind insofern zur Mitwirkung verpflichtet, als sie die nötigen Vorbereitungen wie Räumen, Zugänglichhalten der Wohnung und Vorkehrungen zum Schutz der Möbel und Wohnungseinrichtungen vornehmen müssen. Im Gegenzug ist der Vermieter verpflichtet, vor und während des Umbaus die Unannehmlichkeiten für die Mieter so gering wie möglich zu halten. Zudem hat der Mieter Anspruch auf eine Mietzinsreduktion.

Sanierung ohne Mietminderung

Für die Beeinträchtigung der Wohnqualität hat der Mieter Anspruch auf eine Mietzinsreduktion. Wird diese nicht automatisch gewährt, kann er sie schriftlich verlangen. Es empfiehlt sich in solchen Fällen, eine Art «Tagebuch» über die Bauarbeiten zu führen und dieses mit Fotos zu dokumentieren. Den Brief sollte man innerhalb der Bauzeit per Einschreiben schicken. Wie hoch die Reduktion aufgrund der Sanierungen ausfällt, hängt vom Umfang des Umbaus ab. Sollte der Vermieter eine Mietminderung ablehnen, kann man mit allfälligen rechtlichen Schritten bis zum Ende der Bauarbeiten zuwarten. Erst dann kennt man die Dauer und die Qualität der Einschränkungen genau. Auf keinen Fall sollte man die Mietzinszahlungen von sich aus reduzieren.

Keine Mietzinserhöhung nach Sanierung wegen Brand

Der Vermieter darf den Mietzins nach Sanierungen nur erhöhen, wenn er wertvermehrende Verbesserungen vorgenommen hat. Für die Wiederherstellung des vorherigen Zustands kann er nicht mehr Mietzins verlangen. Und für die Zeit, in welcher die Wohnung nur eingeschränkt oder gar nicht nutzbar war, hat man eine Mietzinsreduktion zugute.