Hallo Sonne: die ideale Ausrichtung der Wohnung

Süden, Norden, Osten, Westen: Wie war das noch mal mit der Ausrichtung der Wohnung? Wir sagen dir, auf welche Faktoren du achten musst, damit du beim nächsten Wohnungsbezug in Sachen Sonnenstand und ähnlichem keine Überraschungen erlebst.

Du bist gerade daran, dir eine Wohnung zu suchen. Du hast auch schon eine besichtigt, die dir richtig gut gefällt: guter Grundriss, Wohnküche, so wie es sich heutzutage gehört, Balkon, Bodenheizung, nicht zu teuer. Aber halt, da war doch noch was?!

Lage der künftigen Wohnung bedenken

Genau, wer sich eine Wohnung sucht, ein Haus kaufen möchte oder sich gar eines bauen lässt, der ist gut beraten, auch an die Ausrichtung des künftigen Heims zu denken. Es ist zwar schön, neben einem Bachlauf zu wohnen oder die nächste Beiz grad um die Ecke zu haben. Wenn die Wohnung jedoch im Dauer-Schatten liegt, verleiden einem die vermeintlichen Vorteile vielleicht schnell.

Grundsätzlich gilt: Tageslicht sollte möglichst von zwei Seiten in die Wohnung gelangen. Am meisten Sonne kriegen im Winter die nach Süden ausgerichteten Räume ab, während im Sommer die West-Räume am längsten der Sonne ausgesetzt sind. Fachleute empfehlen daher eine Ost-West- oder eine Nord-Süd-Ausrichtung.

Wohnungsausrichtung: Süden top, Norden flop?

Für die Ausrichtung des Wohnbereichs gegen Süden spricht einiges: Im Winter helfen die auch bei niedrigem Sonnenstand einfallenden Strahlen, die Wohnung zu heizen. Ein netter Vorteil, der sich in puncto Heizkosten niederschlägt. Im Sommer dagegen – wenn die Sonne tagsüber fast senkrecht über dem Haus steht – heizt sich das Haus nicht noch zusätzlich auf. Aber: Nicht alle Pflanzen mögen es heiss. Du musst dich darauf einstellen, die richtigen Pflanzen für den Süd-Balkon anzuschaffen und diese dann auch öfters zu giessen.

Ebenfalls beliebt ist die West-Ausrichtung. Denn hier scheint die Sonne vom Nachmittag an bis zum Abend. Schon früh respektive noch spät im Jahr lassen sich hier Freiflächen nutzen. Und wer gerne von seinem Bett aus die Sonne aufgehen sehen möchte, achtet womöglich darauf, dass das Schlafzimmer der zukünftigen Wohnung gegen Osten liegt.

Man möchte meinen, die Nordseite sei das hässliche Entlein unter den Wohnungsausrichtungen. Das war einmal, zumindest in den Städten. Zwar gelten Wohnungen, die gegen Norden liegen, als dunkel. Dafür schätzen Stadtbewohner offenbar zunehmend deren kühle Seite. Die Städte mit ihrem vielen Beton und Asphalt kühlen im Sommer nicht (mehr) ab, und so fürchten sich viele vor tropischen Nächten in ihren vier Wänden.

Am meisten Sonnenstrahlen in der Wohnung, aber…

Die sonnigste Südlage ist wenig wert, wenn vor den Fenstern ein Baum wächst oder sich gleich das nächste Haus in die Höhe schraubt. Während ersterer noch sein Gutes hat – im Sommer hält er Hitze von der Wohnung fern, und er schützt unter Umständen vor ungebetenen Blicken –, ist zweites kaum erstrebenswert.

Eine Wohnung im vierten Stock ist heller, als eine im Parterre. Ist dir möglichst viel Tageslicht wichtig, solltest du also auch darauf achten, in welchem Stock deine zukünftige Wohnung liegt. Und: Bedachungen, die über Fenster oder Balkone ragen, vermindern die Sonneneinstrahlung.

Achtung, Fenster!

Es gehört zum heutigen Lifestyle, dass sich viele möglichst grosse Fenster wünschen. Die Zeiten, als kleine Fenster bevorzugt wurden, um Kälte, Hitze und Witterung weniger ausgesetzt zu sein, sind vorbei. Doch die Witterung setzt auch heutigen Fenstern zu. Fenster an der Westseite eines Hauses sind ihr nach wie vor ausgeliefert. So sehen sie dann auch aus. Und wer es eher kühl mag, aber trotzdem auf eine Wohnung mit Südfenstern aspiriert, sollte prüfen, ob sich die Fenster gegen Süden und Westen mit einem Aussenschutz verdunkeln lassen.

Ausrichtung der Wohnung: Der Grundriss verrät sie

Bereits der Grundriss einer Wohnung (heutzutage oft bereits online präsentiert) verrät einiges über die Ausrichtung einer Wohnung – sofern er eingenordet sprich mit einer Kompassnadel versehen ist, die gegen Norden zeigt. Mit deren Hilfe lassen sich die Zimmer einer Himmelsrichtung zuordnen. Sollte diese fehlen, könnte bereits hier der Hund begraben liegen: Es lässt sich dann nämlich nicht feststellen, ob der Balkon gegen die Wetterseite hinausgeht oder die Schlafzimmer im Westen liegen. Hast du die Möglichkeit, dich an Ort und Stelle zu begeben, behilfst du dir am besten mit einem Kompass.

Eine gute Idee ist es, sein Wunschobjekt zweimal und zwar zu verschiedenen Tageszeiten zu besichtigen. Wer weiss: Vielleicht ist der Sonnenuntergang durch’s West-Fenster zwar wunderschön, die schlierigen Fenster selber aber ein Albtraum? Diese werden ein steter Aufruf zum Putzen sein. Ein Aufruf, auf den du vielleicht verzichten möchtest.