Hauptsache «Chill»: Wohnen mit Teenagern

Die grösste Herausforderung beim Wohnen mit Teenagern? Dass man lernen muss, den Geschmack der Kinder zu respektieren, und gemeinsam mit ihnen einen Konsens zu finden, wie ihre Zimmer eingerichtet werden können, damit es allen behaglich ist. Praktisch soll es natürlich sein… aber idealerweise auch ein Ort, in dem sie sich zurückziehen und sich geborgen fühlen können. Als Mutter von zwei Teenager-Töchtern sehe ich mich – fast gezwungenermassen – als in der Praxis geprüfte Experin zum Thema «Wohnen mit Kindern». Denn: Ich liebe unsere Wohnung, und ich habe sie gerne eingerichtet… inklusive Kinderzimmer mit schmucken, aber auch praktischen Möbeln.

 

Bild-Credit: IKEA

 

 

Hier einige Ideen und Ansätze, die das Einrichten des neuen «grossen» Teenager-Zimmers allenfalls erleichtern!

 

  • Legen Sie wenige, aber wichtige Grundregeln fest: Bilder oder Poster dürfen aufgehängt werden, Wände und Möbel sollten aber weder angemalt noch beklebt werden. Geben Sie dem Teenager aber Raum, um seine eigenen Deko-Wünsche anzubringen: Eine Möglichkeit für kreative Entfaltung wäre, eine Wand mit schwarzer Wandtafel-Farbe zu präparieren, die laufend neu bemalt werden kann.

 

  • Möbel müssen nicht zwingend ersetzt werden aus dem Kinderzimmer… doch wenn ja, achten Sie sich beim Kauf, dass diese allenfalls auch einige Jahre später, beim Beziehen einer eigenen Wohnung, noch gefallen werden: Schrille Farben und schräge Prints lieber für Deko-Elemente wie Bilder, Kissen oder Teppiche aufsparen.

 

  • Machen Sie sich frühzeitig Gedanken über das «Teenager-Bett»: Für viele Tweens und Teens ist die Anschaffung eines grösseren Betts ein Ritual des Erwachsenwerdens. Hat eine 140 oder 160cm breite Matratze keinen Platz im Zimmer, kann man bei vielen Herstellern auch 120cm breite Matratzen und Betten bekommen.

 

  • Wer auf die Option «Hochbett» ausweichen will – die durchaus praktisch sein kann, da man den Raum unter dem Bett auch für einen Arbeitsplatz nutzen kann – sollte aber vorgängig mit dem Teenager besprechen, dass diese oder dieser sein Bett selbst beziehen wird, denn der Bettwäschewechsel von einer Leiter aus kann für einen Erwachsenen ziemlich mühsam werden!

 

  • Bei Teenagern ändert der Geschmack zum Teil fast wöchentlich. Eine relativ kostengünstige Art, das im eigenen Zimmer auszudrücken, sind Bilderrahmen, die man laufend mit neuen Postern und Kunstdrucken bestücken kann. Im Internet gibt’s unzählige Bilder zum gratis herunterladen und selbst ausdrucken (lassen) – mit «free printable art» werden Sie sicher fündig.

 

  • Günstige, aber auch coole Deko-Elemente wie Deko-Kissen, Teppiche oder Aufbewahrungsboxen finden Sie z.B. bei H&M Home, Maisons du Monde oder auch IKEA. Lichterketten sind ebenfalls eine günstige Art, heimlige Stimmung zu zaubern.

 

  • Gerade mit Mädchen kann das geteilte Familien-Bad schnell zum heiss umkämpften Morgen-Hotspot werden: Mit einem kleinen Schminktisch, Spiegel und guter Beleuchtung im Teenager-Zimmer lässt sich die Platzkrise aber deutlich entschärfen.

 

  • Heute aus keinem Teenager-Zimmer mehr wegzudenken: Ein gutes Wi-Fi-Signal. Gönnen Sie Ihrem Kind gutes Internet und legen Sie Antennen und Router entsprechend an. Dafür dürfen Sie einen verantwortungsvollen Umgang mit elektronischen Geräten: Das Konzept, dass das Mobiltelefon aller Familienmitglieder z.B. im Flur «übernachtet» in einer grossen Auflade-Station ist durchaus praktikabel (und auch für Eltern ganz gut).

 

Zum Schluss noch ein Ratschlag für Teenager-Eltern, um das Nervenkostüm etwas zu schonen: Der Prozess, bei dem Sie Ihrem Kind mehr Autonomie beim Aufräumen und Stylen seines Zimmers zutrauen, braucht etwas Zeit. Wer akzeptiert, dass das Kind vielleicht anders wohnen möchte als man selbst, wird eventuell weniger gestresst werden von diesem Ablöseprozess. Sie dürfen ruhig einfordern, dass keine Lebensmittel im Zimmer herumliegen, oder dass der Teenager seine saubere Wäsche selbst wieder einräumt.

 

 

Vom Kinderzimmer zur «Starter-Wohnung»: Teenager möchten ihren eigenen Style entwickeln… auch beim Wohnen!