Haussanierung – Geld sparen mit der richtigen Reihenfolge

Leider folgt auf die Erfüllung des Traums vom Wohneigentum allzu oft Ernüchterung, weil irgendwann die erste Sanierung ansteht. In diesem Blogartikel erfahren Sie alles zur Haussanierung von Wohneigentum und wie Sie Geld sparen können.

Wohneigentum muss kontinuierlich in Schuss gehalten werden. Das müssen Sie schon vor dem Kauf berücksichtigen. Ein Klassiker unter den vergessenen Folgekosten sind Sanierungen.

Warten Sie nicht zu lang mit der Sanierung! © Bru-nO, Pixabay

 

Ob Wasserschäden, Schimmelbildung oder Abnützungsspuren an Küche, Bad und Böden – Gründe für Haussanierungen gibt es viele. Die meisten Leute wünschen sich im gekauften Wohneigentum alt zu werden. Das erfordert bauliche Anpassungen, etwa für Rollatoren oder Rollstühle oder auch altersgerechte Nasszellen.

Es lohnt sich Ihre Sanierungspläne mit Architekten oder Bauberaterinnen zu besprechen. Zwar kosten deren Dienste eine gewisse Summe, dafür sparen Sie Geld, weil Fehlinvestitionen vermieden werden und verborgener Sanierungsbedarf gefunden wird.

Langfristiges Denken zwingend nötig

Besitzer von Wohneigentum müssen langfristig denken. Alle 12 Jahre wird eine Teilerneuerung fällig. Diese umfasst abgenutzte Boden- und Wand-Beläge sowie Sanitär- und Elektro-Anlagen. Alle 25 Jahre wird eine Gesamterneuerung nötig: hierzu gehören Fenster, Heizung und Küche. Gemeinsam mit dem Profi erarbeiten Sie ausserdem Etappierungen der Arbeiten und gehen sicher, dass das Projekt sich auch finanziell stemmen lässt.

Sanieren = frühzeitig sparen

Am besten planen Sie Sanierungen bevor Sie durch einen plötzlichen Schaden unter Zugzwang geraten. Bilden Sie ab dem Kauf Ihres Wohneigentums jährliche Rückstellungen, sofern das möglich ist. Überschlagsmässig sollten Sie bei den Folgekosten mit jährlich 1,5 bis 2,5 Prozent der Bausumme rechnen. Ausserdem ist es wichtig, umfassend und nicht nur punktuell zu planen. Sanierungsarbeiten müssen vom ganzen Gebäude ausgehen und alle Bedürfnisse aller Bewohner beinhalten sowie auf allfällige energetische Mängel eingehen.

Je nach der Grösse der Sanierungen brauchen Sie Bewilligungen. Etwa, wenn es um Aufstockungen von Häusern geht oder wenn Sie die Auffrischung der Fassade mit einer neuen Farbgebung kombinieren wollen.

Etappenweise oder alles aufs Mal?

Eine andere Frage ist, ob die ganze Sanierung aufs Mal oder in Etappen gemacht werden soll. Die Nachteile der Etappierung liegen auf der Hand: sie sind gesamthaft meist etwas teurer und Sie leben länger auf einer Baustelle. Dafür können Sie gezielt auf die Etappen hin sparen, Steuern sparen sowie für jeden neuen Schritt günstige Handwerker finden. Ausserdem lassen sich heute auch komplexe Sanierungen, etwa die Umrüstung auf Minergiestandard, etappenweise realisieren. Dabei helfen Minergie-Module.

Energetische Sanierung

Energetische Sanierungen sind weit verbreitet und attraktiv. Dies auch darum, weil Sie eventuell Anspruch auf Fördermittel haben. Die Energieeffizienz eines Hauses oder einer Wohnung hängt von der Energiekennziffer ab. Diese drückt das Verhältnis der jährlich verbrauchten Kilowattstunden (Heizöl/Gas/Fernwärme/Strom) zur Bereitstellung von Warmwasser aus. Für eine Schätzung teilen Sie diese Gesamtkosten durch die Anzahl beheizter Quadratmeter. Unter www.energieschweiz.ch finden Sie einen Rechner, der hilft, Ihren Energieverbrauch abzuschätzen.

Wenn Sie eine energetische Sanierung Ihres Wohneigentums in Betracht ziehen, benötigen Sie einen zertifizierten Experten, der hilft, den Handlungsbedarf zu bestimmen. Eine Möglichkeit ist sich einen Experten auf www.geak.ch zu finden. Hier finden Sie schnell Energie-Fachleute in Ihrer Umgebung.

Grosses Ganzes beachten

Der Profi schlägt Ihnen eine massgeschneiderte Haussanierung vor, die auf Ihre Bedürfnisse und die Erfordernisse des Wohneigentums eingeht. Auch hier lohnt es sich, das grosse Ganze im Auge zu behalten. So sollten Sie nicht nur einen energieeffizienten Boiler einbauen lassen, sondern auch Wasser-Armaturen nachrüsten, um weniger warmes Wasser zu verlieren. Auch hilft der Architekt oder Bauberater, die richtige Reihenfolge der Sanierung zu finden: grundsätzlich sollten Sie von aussen nach innen vorgehen. Also im Zweifel eine in die Jahre gekommene Heizung länger in Betrieb lassen und vorher die Nachdämmung der Aussenfassade machen.

Mit der neuen Farbe können Sie gleich noch isolieren lassen. © Pixabay

Sanierung der Isolation

Die typischsten Energie-Sanierungen sind: verbesserte Dachisolationen gegen Aussen (bei bewohnten Dachräumen) oder zwischen Estrich und Wohnraum (bei unbewohntem Dachstock). Hier können bis zu 20 % der gesamten Energieverluste vermieden werden. Ebenfalls energieeffizient sind Sanierungen der Gebäudehüllenisolationen. Idealerweise werden diese gegen aussen hin vorgenommen. So verlieren Sie weniger Wohnraum. Eine Haussanierung macht nur Sinn, wenn Sie an die Fenster denken (die Dicke der Zusatzisolation muss ja auch zu den allenfalls später ersetzten Fenstern passen).

Sie sehen: Haussanierungen sind komplexe Projekte. Aber seien Sie unbesorgt, mit ein wenig Hilfe von Profis stemmen Sie dieses Projekt ohne schlaflose Nächte.