Herbstlaub und Laubbläser – Wer haftet wenn der Pöstler ausrutscht und wann muss der Nachbar mit dem Laubbläser Ruhe geben

Herbstlaub ist nicht nur im eigenen Garten lästig, häufig verursacht es Nachbarschaftsstreitigkeiten und kann auf der Strasse zum echten Ärgernis werden. Nach diesem Artikel können Sie die nächste Eskalation verhindern. 

Laubbläser: Das sollten Sie über ihre Nutzung wissen

Wird Herbstlaub beseitigt, hat der herkömmliche Handrechen oft ausgedient. Immer häufiger verwenden Gartenbesitzer hierfür einen motorisierten Laubbläser. Auch wenn das Laub von den Bäumen aus Nachbars Garten die Regenrinne verstopft, ist Ärger vorprogrammiert. Allerdings haben Anwohner kaum eine rechtliche Handhabe gegen fallendes Laub aus angrenzenden Grundstücken. Laubfall im Herbst ist völlig normal, vor dem Gesetzgeber hat es nichts mit einer „Immission“ zu tun. So bleibt einem nichts anderes übrig, als das Laub selbst zu entfernen. Ist die Kehrfläche nicht allzu gross, verwenden Sie hierfür besser einen Rechen. Der Lärm eines Laubbläsers kann im schlimmsten Fall vor Gericht enden, kostet also Zeit, Geld und Nerven.

 

Muss Laub auf dem Gehweg entfernt werden?

Bleibt Laub auf Asphalt liegen und beginnt es zu regnen, entsteht ein glitschiger, unfallträchtiger Bereich. Die Beseitigung des Laubes gehört zur Unterhaltspflicht des Grundstückseigentümers und er muss Laub ebenso wie Schnee auf dem Gehweg vor seinem Haus entfernen. Beseitigt er das Laub nicht und kommt es zu einem Unfall, haftet er im Sinne der Eigentümerhaftung. Selbst wenn der Eigentümer einen Hausmeister mit der Räumung beauftragt, ist er deshalb nicht von der Haftung gegenüber dem Unfallopfer befreit. Kam der Hausmeister seinen Pflichten nicht nach, hat der Hauseigentümer ihm gegenüber sogar Schadensersatzansprüche.

 

Gesetzliche Ruhezeiten für den Betrieb lärmintensiver Geräte

Natürlich macht ein Laubblasgerät erheblich mehr Lärm als ein Rechen, doch ist das Grundstück sehr weitläufig, macht seine Nutzung durchaus Sinn. Grundsätzlich sind Laubbläser für den privaten Gebrauch nicht verboten, doch aus Rücksicht auf die Nachbarn sollte man ihren Betrieb einschränken. In der Maschinenlärmverordnung der Schweiz ist zwar eine Kennzeichnungspflicht für Laubblasgeräte festgeschrieben, es gibt aber keine Dezibel-Grenze. Über zumutbare Geräuschpegel streiten sich die Geister. Die Gemeinden haben allerdings gesetzliche Ruhezeiten, die individuell im Gemeindepolizeireglement festlegt sind. So schriebt die Gemeinde Spiez etwa vor: In Gebieten mit Wohnnutzung darf zwischen 22.00 und 06.00 Uhr und in der Mittagsruhe zwischen 12:00 Uhr und 13:00 Uhr kein Lärm verursacht werden. Daher ist der Betrieb von Baumaschinen sowie lärmintensiven Geräten wie Rasenmähern, Laubbläsern, Häckslern und dergleichen im Freien an Werktagen vor 07.00 und nach 20.00 Uhr, während der Mittagsruhe und an Sonn- und Feiertagen untersagt.

 

Streitigkeiten durch mehr Rücksicht vermeiden

Motorbetriebene Laubblasegeräte können einen Geräuschpegel von bis zu 120 dB erreichen und stellen damit eine erhebliche Lärmbelästigung dar. Da die Lärmschutzverordnung jedoch Sache der Gemeinden ist und es keine einheitlichen Grenzwerte gibt, liegt es (mit Ausnahme der gesetzlichen Ruhezeiten) ein wenig im persönlichen Ermessen, wann man einen Laubbläser benutzt. Wer auf elektrische Geräte umsteigt, tut sich selbst und seinen Nachbarn einen grossen Gefallen, denn der Lärm schädigt auf Dauer auch das eigene Gehör. Zudem werden Kleintiere vernichtet. Achten Sie bereits beim Kauf eines motorbetrieben Gerätes auf die Lärmkennzeichnung. Alle Maschinen, die lauter als 70 dB sind, stellen bei Maximalbetrieb eine Lärmbelästigung dar. Nutzen Sie das Laubblasgerät möglichst selten und nicht während der gesetzlichen Ruhezeiten. Ist das Laub noch feucht vom Morgentau, lässt sich besonders leicht wegblasen. Das verkürzt die Nutzungsdauer und schont Umwelt und Gehör.