Individuelle Eingangsgestaltung ohne peinlichen Beigeschmack

Es ist überall das selbe: das Treppenhaus ist in Mehrfamilienhäusern der Zankapfel schlechthin. Konflikte, die früher vor allem wegen der Waschküche ausgetragen wurden, stehen heute eher in Bezug zu den einzelnen Wohnungseingängen. Darüber was hier erlaubt und schön ist, gehen die Meinungen weit auseinander. Ein paar Anregungen, wie die Wohnungstüre zum persönlichen Hingucker werden kann,ohne dass gleich die Verwaltung anklopft.

Stilvoller Sympathieträger und ein dezentes Signal.

Stilvoller Sympathieträger und zudem ein dezentes Signal.

Seien wir ehrlich; so manch ein verbleichter Kalender, verdorrter Türkranz oder ewiggestriger Blumenständer trägt wenig zum schönen Gesamtbild einer Liegenschaft bei. Es nervt oft nur, tagtäglich daran vorbei gehen zu müssen und sich zu fragen, weshalb der Nachbar dies den anderen antut. Auch wenn klare Hausordnungen allzu gewagte Türzierden untersagen, trifft man sie allerorts an; mehr oder weniger gelungene Versuche, dem Eingangsbereich eine persönliche Note zu verleihen.

Wenige sinnliche Worte als Spiegel der Bewohner

Wenige sinnliche Worte als Spiegel der Bewohner

Individualität schliesst ein einheitliches Bild nicht aus

Aus Sicht der Wohnungsinhaber meist eine gutgemeinte Geste, den oft eher nüchternenTreppenhäusern etwas Individualität zu geben. Die Motivation hat vermutlich viel damit zu tun, dass es vielen Menschen ein tiefsitzendes Bedürfnis sein muss, ihren Hauseingang sozusagen zu markieren. Zu manifestieren ‚hier wohne ich‘. Den wenigsten ist bewusst, was sie den anderen Hausbewohnern damit unter Umständen antun. Nicht nur weil auf diese Weise Durchgänge versperrt werden sondern vor allem weil der ‚Dekoplunder‘ visuell ins Gesamtbild eingreift. Das Gesamtbild ist Allgemeingut, dies geht aber allzu oft vergessen. Beim Bezug – vor allem bei Neubauten  – ist anfänglich alles wunderbar einheitlich und neutral und ehe man es sich versieht, erobern sich Handarbeiten, Kinderzeichnungen und Hobbykunst die einzelnen Eingangsbereiche. Der Ärger beginnt…

Das Tor zum Eigenheim gehört eben doch irgendwie allen

Noch einmal zurück zur eigentlichen Motivation. Dem Wunsch, durch eine individuelle Eingangsgestaltung das Tor zum Eigenheim zu kennzeichnen, kann auch auf ganz subtile Weise gefolgt werden. Zum Beispiel über dezente Textbilder, die in moderner Kalligrafie geschaffen wurden. Wenige, aber wohlüberlegte Worte, die auf ganz zurückhaltende Weise Bezug zu den Menschen auf der anderen Seite der Wohnungstür nehmen. Farblich völlig unaufdringlich können solche Botschaften an einem Schnürchen oder in einem schlichten Rahmen neben der Haustüre angebracht werden. Selbst an einen einfachen Nagel gehängt, geht von solchen handletterings Unaufdringlichkeit und Sympathie aus. Besonders schön wäre doch auch der Ansatz, dass alle Parteien im Haus eine solche Idee zum Gemeinschaftsprojekt erklären und so viel Freude an diesem schönen Gesamtbild entwickeln, dass es niemandem mehr einfällt, seltsamen Schnickschnack vor seiner Tür aufzubauen.

 

Quelle: Jeannette Mokosch

 

 

 

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