Lohn und Wohnkosten – Wie hoch soll die Miete im Verhältnis zum Lohn sein?

Endlich eine eigene Wohnung! Ein Traum geht in Erfüllung, doch die Wohnung ist teurer als zunächst gedacht?

Bevor man sich seine eigene Bleibe sucht, ist es daher wichtig bestimmte Kosten genauer anzuschauen. Versicherungen, Wohnkosten und Steuern machen oftmals den höchsten Anteil der Ausgaben aus. Wie hoch soll die Wohnungsmiete im Verhältnis zum Lohn höchstens ausfallen, damit Ende Monat nicht nur noch Geld für Spaghetti übrig ist?

Mietkosten

Eine Daumenregel besagt, dass nicht mehr als ein Drittel des Einkommens für die Miete ausgegeben werden sollte. Da sich diese Regel aber auf das Bruttoeinkommen inkl. Nebenkosten bezieht, sollte dieser Maximalwert von einem Drittel nur ausschöpfen, wer keine Schulden hat und über ein gesichertes Einkommen oder sogar Aufstiegsmöglichkeiten im Job verfügt.

Die Schweizer Budgetberatung empfiehlt, dass die Miete nicht mehr als ein Viertel des ausbezahlten Lohnes (Nettolohn) betragen sollte. Falls die Miete im Vergleich zum Lohn zu hoch ist, sollte man sich entsprechend nach einer neuen Wohnung oder beruflichen Herausforderung umsehen.

 

Haushaltsliste

Wünsche und Träume für die eigene Wohnung oder Karriere können mit einem persönlichen Plan finanziell eingeschätzt werden. Notieren Sie sich Ihre Einnahmen und Ausgaben. Angaben dazu finden Sie in Lohnausweisen, Versicherungsausweisen oder in der letzten Steuererklärung. Runden Sie dabei auf gerade Zahlen auf. Somit schaffen Sie Raum für Reserven. Weil das Wohnen der grösste Budgetposten im Haushalt ist, schafft bereits ein ehrliches Haushaltsbudget grosse Abhilfe. Schlaflose Nächte wegen Rechnungen müssen nicht sein!

Wohnkosten und Lohn

Wir werden schnell erkennen, dass ein guter Lohn nicht automatisch bedeutet, dass Unmengen an Geld-Reserven zur Verfügung stehen. Deshalb soll anhand zwei Budgetbeispielen aufgezeigt werden, was monatlich alles miteinberechnet werden soll.

 

ZH, Informatiker und HF-Student (26) mit 100%-Pensum wohnt gemeinsam mit Freundin (26), Studentin und Teilzeit-Angestellte im HR.

Gemeinsames, monatliches Einkommen: durchschnittlich CHF 8300.-
Wohnung (Miete, Nebenkosten, Versicherungen): CHF 2650.-
Haushalt (Lebensmittel, Putzmittel, Bilag etc.): CHF 750.-
Steuern: CHF 1065.-
Kommunikation (Telefon, TV, Internet – Sunrise/Salt, Spotify, Netflix etc.): CHF 260.-
Krankenkasse (inkl. Franchise, Selbstbehalt): CHF 1200.-
ÖV-Abo (GA): CHF 435.-
Semestergebühren: CHF 435.-
Aussergewöhnliches (Zahnarzt, Verhütungspille, Geschenke, Freizeit etc.): CHF 450.-
Sparen/Ferien: CHF 1000.-
Total durchschnittliche Ausgaben von ca. CHF 8’245.-

 

AG, Ehepaar mit Baby (9 Monate), Mann (29) 100%-Pensum und Frau (28) 70%-Pensum. Beide im Bildungswesen tätig.

Gemeinsames, monatliches Einkommen: durchschnittlich CHF 9’655.-
Wohnung (Miete, Nebenkosten, Versicherungen): CHF 2’550.-
Haushalt (Lebensmittel, Putzmittel, Windeln, Bilag etc.): 1’000.-
Kind (Kleider, Aussergewöhnliches etc.): CHF 100.-
Steuern: CHF 1550.-
Kommunikation (Telefon, TV, Internet – Swisscom, Spotify, Netflix etc.): CHF 320.-
Krankenkasse (inkl. Franchise, Selbstbehalt): CHF 1135.-
Auto: CHF 400.-
Aussergewöhnliches (Zahnarzt, spezielle Arztrechnungen, Geschenke, Freizeit etc.): CHF 600.-
Sparen/Ferien: CHF 2’000.-
Total durchschnittliche Ausgaben von ca. CHF 9’655.-

Natürlich können die Prioritäten individuell variieren. Der eine setzt mehr Wert auf eine grosse, geräumige Wohnung, wohingegen der andere gerne genug Geld für Ferien beiseitelegt. Wichtig ist, dass der Lohn alle Ausgaben deckt. Für mehr Sicherheit – orientieren Sie sich an die 25%-Regel!

Plan B

Falls Ihr Mietangebot Ihre Erwartungen dennoch nicht erfüllt, lohnt es sich zu überlegen, sich einen oder gleich mehrere Mitbewohner zu suchen, in eine andere Stadt zu ziehen oder den Job zu wechseln. Ist die Entscheidung «Bleiben» trotz höheren Wohnkosten, bedeutet dies mehr Einkommen zu erwirtschaften oder auf andere grosse Kosten wie z.B. das Auto zu verzichten.