Natur pur: Sauber geht auch ohne Chemie

Zugegeben: Putzen ist lästig und niemand möchte sich lange damit aufhalten. Da greift man schon mal gerne zu einem Putzmittel aus dem Supermarkt, welches ein blitzblankes Ergebnis verspricht – und das erst noch in Sekundenschnelle. Aber: Chemische Putzmittel sind schlecht für die Gesundheit und belasten die Umwelt. Warum also nicht mal Natur pur? Denn auch ohne Chemie wird alles blitzblank. Das ist einfacher, als man denkt. Mit nur wenigen Zutaten kann man sich seine eigenen Putzmittel herstellen und spart so erst noch an Verpackungsmüll.

Wir haben für Sie die 5 besten Putzmittel ohne Chemie zusammengestellt:

1. Soda

Soda (Natriumcarbonat) basiert auf Natrium und ist ein von Kohlensäure abgeleitetes Salz, welches sich hervorragend zum Putzen und Waschen eignet. Es entfernt Fett, Flecken und sogar hartnäckigen Schmutz. Ausserdem ist es preiswert. Soda findet man als Feinkristallsoda in Drogerien oder auch als Waschsoda bei diversen Onlineanbietern.

Mit Soda gegen den Schmutz. (Bild: pixabay.com)

 

Anwendungsbeispiele:

  • Abflussrohre: 2 EL Soda und ½ Tasse Essig in den Ausguss schütten, ein paar Minuten einwirken lassen und mit heissem Wasser nachspülen.
  • Töpfe und Pfannen: Angebranntes lässt sich mit 1 EL Soda und etwas Wasser lösen. Die Mischung kurz aufkochen und danach ausspülen.
  • Backofen: Auch Backofen und Backbleche lassen sich mit einer Sodamixtur reinigen. Dazu 1 EL Soda mit 1 l Wasser mischen und in eine Sprühflasche füllen. Die Lösung grosszügig im Backofen verteilen, einwirken lassen und mit einem feuchten Tuch abwischen.
  • Dunstabzug: Der Fettfilm auf dem Dunstabzug lässt sich mit einer Sodalösung gut entfernen.
  • Wäsche: Vergilbte Kleidung wird wieder hell, wenn man sie vor dem Waschen in einer Sodalösung einweicht (1-2 EL Soda auf 10 l Wasser).

Achtung! Soda ist als „reizend“ klassifiziert. Seien Sie also vorsichtig damit. Vermeiden Sie Hautkontakt sowie das Einatmen von Soda-Staub und tragen Sie beim Putzen immer Handschuhe. Ausserdem darf das Mittel nicht mit Augen, Nase oder Mund in Kontakt kommen. Und bitte achten Sie auch auf die Umwelt. Schütten Sie niemals Soda unverdünnt oder in grossen Mengen ins Abwasser.

 

2. Natron

Natron (Natriumhydrogencarbonat) ist eng verwandt mit Soda (Natriumcarbonat). Es ist ebenso ein Natriumsalz der Kohlensäure, für die Gesundheit aber unbedenklich. Natron ist allgemein als Bestandteil von Backpulver bekannt. Dass es aber auch hervorragend zum Putzen geeignet ist, wissen wahrscheinlich nur noch unsere Grossmütter. Reines Natronpulver bekommen Sie in Drogerien und Apotheken.

Anwendungsbeispiele:

  • Allzweckreiniger: 2 TL fein geraspelte Kernseife in 500 ml warmem Wasser auflösen, 2 TL Natronpulver und einen Spritzer Zitronensaft (eventuell noch ein paar Tropfen ätherisches Öl) dazugeben – fertig. Aufgetragen auf einen Schwamm oder ein Putztuch können Sie mit dieser Lösung verschmutzte Oberflächen in Küche und Bad oder auf Balkon und Terrasse reinigen.
  • Geschirrspülmittel: 10 g fein geraspelte Kernseife in 100 ml warmem Wasser auflösen, 1 TL Natronpulver und nach Wunsch ein paar Tropfen ätherisches Öl dazugeben, in eine Spülflasche füllen, mit Wasser auffüllen, schütteln und fertig.
  • Thermos- und Trinkflaschen: 2 EL Natron in 1 l heissem Wasser auflösen, in die Flasche giessen und nach ein paar Minuten gründlich ausspülen.
  • Kühlschrank: Ein Schälchen mit Natron absorbiert schlechte Gerüche.
  • Fugenreiniger: Natronpulver in die feuchten Fugen einarbeiten, kurz einwirken lassen und mit einem feuchten Tuch nachreinigen.

Allgemein gilt: Versuchen Sie immer zuerst, den Schmutz mit dem schwächeren Mittel zu beseitigen. Wird es mit Natron nicht sauber, kann Soda als Verstärker benutzt werden.

 

3. Essig

Essig besteht aus Wasser, Essigsäure und Zucker. Ein Haushaltsessig enthält ca. 4-8% Essigsäure, ist also nicht gefährlich und leistet bei der Putzarbeit gute Dienste. Es gibt aber auch die chemisch hergestellte Essigsäure, deren Säuregehalt liegt bei 25% und diese darf nur als „Essigessenz“ verkauft werden. Gehen Sie also mit Essigsäure – wenn überhaupt nötig – nur mit grosser Vorsicht um, denn sie kann Haut, Schleimhäute und Augen schädigen.

Anwendungsbeispiele:

  • Essigreiniger: 2 Tassen Essig, 1 Tasse Wasser, 20 Tropfen ätherisches Öl (z.B. Teebaum, Lavendel oder Eukalyptus) in eine Sprühflasche geben. Ein Essigreiniger kann praktisch im ganzen Haushalt angewendet werden. Er entfernt Schmutz und Kalk aus Lavabo, WC, Wasserkocher oder Bügeleisen mühelos. Ausserdem hat er eine desinfizierende Wirkung. Wenn Ihnen der Essiggeruch zu unangenehm ist, können Sie dem Essigwasser ein paar Spritzer Zitronensaft beigeben.

Achtung! Verwenden Sie Essig nicht für Natursteinböden und Silikonfugen.

 

4. Zitronensaft/Zitronensäure

Auch Zitronensaft eignet sich dank der darin enthaltenen Zitronensäure hervorragend zum Putzen. Man kann dabei den Saft einer Zitrone oder konzentrierte Zitronensäure zum Verdünnen verwenden. Diese gibt es in Drogerien als Granulat oder flüssiges Konzentrat.

Auch Zitronensäure ist ein guter Putzhelfer. (Bild: pixabay.com)

 

Anwendungsbeispiele:

  • Zitronenreiniger: 15 g Zitronensäure in 1 l warmem Wasser auflösen. Damit lassen sich Wasserhähne und Duschköpfe reinigen, Wasserkocher entkalken, Angebranntes aus Pfannen und Töpfen lösen oder Grauschleier und gelbe Flecken aus der weissen Wäsche entfernen.
  • Kaffee- und Teerückstände in Tassen: Ein Stück Zitrone mit Salz bestreuen und die Tassen damit ausreiben, danach gut ausspülen. Das lässt die unschönen Koffein- und Teeinränder verschwinden.
  • Zwiebel- oder Knoblauchgeruch auf dem Schneidebrett: Einfach mit einer halben Zitrone abreiben und abspülen – und Sie riechen nichts mehr.

Achtung! Benutzen Sie Zitronensäure nicht zum Putzen von Metall oder Aluminium, da diese säureempfindlich sind.

 

5. Salz

Salz hat man immer im Haus und es eignet sich auch bestens zum Putzen.

Anwendungsbeispiele:

  • Teppichflecken: Ist der Fleck frisch und noch nass, bedecken Sie ihn mit 1 EL Salz, nach 15 Minuten schaben Sie das Salz vorsichtig ab. Bereits eingetrocknete Flecken können Sie mit heissem Salzwasser eintupfen (nicht reiben!) und dann den Fleck vorsichtig abwischen. Wenn nötig, mehrmals wiederholen.
  • Angelaufenes Besteck: Besteck in ein Gefäss legen, 1 TL Salz dazu und mit Wasser auffüllen, einwirken lassen, danach abspülen und polieren.
  • Abflussrohr: schlechte Gerüche im Abflussrohr lassen sich mit 2 EL Salz beseitigen. Das Salz einfach in den Abfluss streuen, einwirken lassen und dann mit Wasser nachspülen.

Sie sehen also, es geht auch ohne Chemie. Sollten Sie aber dennoch einmal stärkere Geschütze auffahren müssen, dann fragen Sie im Handel nach ökologischen Reinigungsmitteln. Diese kommen ohne chlorchemische Zusätze oder synthetische Duftstoffe aus. Viele dieser Putzmittel werden ausserdem vorwiegend auf der Basis von natürlichen Rohstoffen hergestellt und sind vollständig biologisch abbaubar (z.B. Migros Plus von Migros oder Oecoplan von Coop).