Mini-Photovoltaik für die Steckdose

Kaufen, montieren und Stecker in die Steckdose einstecken: Fertig ist die Plug & Play Mini-Photovoltaik, die mithilft, Stromrechnung und CO2-Ausstoss zu senken. An sich eine einfache Sache, scheint es. Aber es gibt doch einiges, das man wissen sollte.

Eine Mini-Photovoltaik besteht aus PV-Modul, Montagesystem und einem Wechselrichter, der mit einem sogenannten Netz- und Anlagenschutz ausgestattet ist. Bild © www.novisenergy.ch

Eine Mini-Photovoltaik besteht aus PV-Modul, Montagesystem und einem Wechselrichter, der mit einem sogenannten Netz- und Anlagenschutz ausgestattet ist. Bild © www.novisenergy.ch

Die so genannte Plug & Play Mini-Photovoltaik ist eine kleine Solaranlage, bei der man den Strom direkt in eine Steckdose einspeisen kann. Sie besteht aus mindestens einem PV-Modul, das in etwa 80 x 160 cm gross und rund 20 Kilogramm schwer ist und eine Spitzennennleistung von rund 200 Wp aufweist. Dazu gehören Wechselrichter und ein entsprechendes Montagesystem. Der Wechselrichter wandelt den erzeugten Gleichstrom aus den Kollektoren in Wechselstrom um, welcher über ein Kabel und die Steckdose in den Endstromkreis fliesst und somit fertig für den Verbrauch ist. Dafür wird dann weniger Strom aus dem öffentlichen Netz bezogen, was die Energierechnung reduziert

Da eine Mini-Photovoltaik vor allem Sonne braucht, kann der «beste Standort» auch ein Carport sein. Bild © miniJOULE by www.novisenergy.ch

Da eine Mini-Photovoltaik vor allem Sonne braucht, kann der «beste Standort» auch ein Carport sein. Bild © miniJOULE by www.novisenergy.ch

Idealer Standort: Möglichst sonnig!

Plug & Play Mini-Photovoltaik kann man im Garten aufstellen, auf einem gut zugänglichen Dach montieren oder an der Balkonbrüstung resp. am Carport festmachen. Wichtig ist allerdings ein sonniger Standort. Denn je mehr Sonne auf die Anlage fällt, desto besser. Zudem sollte darauf geachtet werden, dass die Anlage sicher steht und die Statik hält, denn Windlasten beispielsweise darf man nicht unterschätzen. Wer sich unsicher fühlt, sollte bei der Installation der Mini-PV-Anlage auf fachkundige Hilfe setzen.

Dank Mini-PV Energiekosten sparen

Die Mini-Photovoltaik Solar-Sets Plug & Play sind erweiterbar. Es ist also durchaus möglich, mit einem einzigen Solarmodul zu beginnen und später 1-2 weitere Panele anzuschliessen. Die Energie von rund 200 bis 600 Wh/Jahr wird direkt in der eigenen Wohnung oder im Haus verbraucht. Zum Vergleich: Der mittlere Stromverbrauch eines Einfamilienhaushalts in der Schweiz beträgt 3200 kWh, jener für eine Wohnung 2800 kWh. In einem Haus spart man also fast 19 Prozent der Energiekosten, in einer Wohnung fast 22 Prozent.

Gemäss ESTI sind Mini-Photovoltaik in der Schweiz bis zu einer Leistungsgrenze von 600 kW erlaubt. Vor der Inbetriebsetzung müssen sie dem Elektrizitätswerk allerdings schriftlich gemeldet werden. Bild © miniJOULE by www.novisenergy.ch

Gemäss ESTI sind Mini-Photovoltaik in der Schweiz bis zu einer Leistungsgrenze von 600 W erlaubt. Vor Inbetriebsetzung müssen sie dem Elektrizitätswerk allerdings schriftlich gemeldet werden. Bild © miniJOULE by www.novisenergy.ch

Plug & Play Mini-Photovoltaik sind meldepflichtig

Laut Bundesamt für Energie sind Plug & Play Mini-Photovoltaik seit Januar 2014 erlaubt, allerdings nur bis zu einer Leistungsgrenze von 600 W (max. also 3 Standardsolarpanels). Überschreitet man diese NICHT, lassen sich solche Mini-PV-Anlagen mit etwas Geschicklichkeit ohne Hilfe eines Fachmanns installieren, sofern eine Aussensteckdose vorhanden ist (sonst wird es komplizierter). Um aber eine Überlastung von Leitungen und Anschlussstellen in der Installation völlig auszuschliessen, müssen Plug & Play Mini-Photovoltaik vor Inbetriebsetzung dem Elektrizitätswerk (Netzbetreiber) schriftlich gemeldet werden. Am besten VOR dem Kauf. Denn die Praxis zeigt hier offenbar, dass Elektrizitätswerke teils zusätzliche Auflagen machen. Mieter, die sich eine solche Anlage wünschen, sollten zudem zwingend vor dem Kauf den Vermieter anfragen, ob dieser eine Mini-PV überhaupt zulässt.

Grund der Meldepflicht für eine Plug & Play Mini-Photovoltaik

Das Risiko liegt darin, dass – vor allem bei älteren Gebäuden – die Sicherungen der Elektroinstallationen unter Umständen nicht mehr vollumfänglich greifen, wenn ein Stromerzeuger am Netz hängt. Üblicherweise reagiert die Sicherung, wenn die Stromstärke aus dem öffentlichen Netz 16 Ampere überschreitet. Aber der über die kleine PV-Anlage zusätzlich in den Kreislauf eingespeiste Strom wird nicht erfasst. Deshalb will der Gesetzgeber sicher gehen, dass die Plug & Play Mini-Photovoltaik über eine Fehlerstrom-Schutzeinrichtung im Netzkabel resp. Netzstecker verfügt oder im Wechselrichter nachweislich eine allstromsensitive Fehlerstrom-Überwachungseinheit eingebaut ist.

Für grössere Photovoltaik-Anlagen gibt es Fördergelder

Netzgebundene PV-Anlagen mit einer Leistung von mehr als 600 kW dürfen nicht an Endstromkreisen angeschlossen werden. Sie müssen vom Fachmann installiert werden und über eine separate Absicherung fest angeschlossen sein. Hier lohnt sich eine Beratung, nicht zuletzt deshalb, weil es bei den fest montierten Photovoltaik schon bei kleineren Modellen Förderprogramme gibt. Mehr Infos darüber findet man bei Homegate.ch und Swissolar.ch.

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