Rauchen in der Mietwohnung – erlaubt oder verboten?

Das Thema beschäftigt Mieter und Vermieter gleichermassen. Darf in einer Mietwohnung geraucht werden? Oder was ist erlaubt, und was ist verboten?

 

Rauchen ist ein Lebensgefühl – zumindest war es das einmal. Und auch wenn das Rauchen und seine Folgen heutzutage kritischer betrachtet werden, gibt es in der Schweiz viele Leute, die gerne regelmässig zum Glimmstengel greifen. Darf ein Raucher auch in den eigenen vier Wänden seiner Leidenschaft – oder seinem Laster – frönen? Rauchen in der Mietwohnung – ein Thema, das niemanden kalt lässt.

 

Rauchen in der Mietwohnung und Balkon

Ein ewiger Diskussionspunkt: Rauchen zuhause (pixabay.com).

 

Generelles Rauchverbot verstösst gegen die Persönlichkeitsrechte

Grundsätzlich gilt: In seiner Wohnung darf jeder tun und lassen, was er will – solange er dabei nicht gegen das Gesetz verstösst oder sich andere Mieter durch seine Handlungen eingeschränkt fühlen. Rauchen in der Mietwohnung ist also grundsätzlich erlaubt. Ein grundsätzliches Rauchverbot wäre ein zu grosser Eingriff in die Persönlichkeitsrechte.

 

Kein Freipass für Raucher

Ein Rauchverbot für Mietwohnungen ist somit nicht rechtens – selbst wenn dies im Mietvertrag so festgelegt ist. Die persönliche Freiheit in den eigenen vier Wänden hat stets Vorrang. Gleichzeitig sollten sich Mieter jetzt aber nicht in falscher Sicherheit wähnen und dies als Freipass für rücksichtsloses Rauchen ansehen.

 

Mieter sollten aufeinander Rücksicht nehmen

Gemäss Art. 257f Abs. 2 im Obligationenrecht sind Mieter dazu verpflichtet, auf die anderen Hausbewohner wie auch auf Nachbarn Rücksicht zu nehmen. Wer also zuhause raucht – ob drinnen oder draussen auf dem Balkon – sollte seine Nachbarn nicht übermässig mit Rauchemissionen belästigen. Auch müssen Mieter darauf bedacht sein, dass der Rauch nicht durch eine offene Wohnungstür ins Treppenhaus ziehen kann.

 

Beim Paffen ist Zurückhaltung gefragt

Als selbstverständlich gilt weiter, dass in gemeinsam genutzten Räumen – wie beispielsweise einer Waschküche – das Rauchen unterlassen wird. Grundsätzlich gilt, dass in einer Liegenschaft alle Parteien aufeinander Rücksicht nehmen sollten, gerade um Nachbarschaftsstreitigkeiten zu verhindern. Dies gilt beim Lärm wie beim Rauch. Beim rauchen in der Mietwohnung ist also Zurückhaltung angesagt.

 

Mieter müssen für Nikotinschäden aufkommen

Zu beachten ist auch, dass Mieter und Mieterinnen für Nikotinschäden an Wänden und Decken aufkommen müssen. Durch das Rauchen in der Mietwohnung entstandene Verfärbungen gelten als übermässige Beanspruchung und dürfen vom Vermieter bei einem Auszug in Rechnung gestellt werden. Wichtig zu wissen, dass die Privathaftpflicht-Versicherung keine Schäden übernimmt, die durch Zigarettenrauch entstanden sind.

 

Rauchen in der Mietwohnung

Bleibt nicht ohne Folgen: Rauchen in der Mietwohnung (pixabay.com).

 

Illegales ist auch in den eigenen vier Wänden verboten

Noch einmal anders sieht die Lage beim Rauchen von Cannabis aus. Das Rauchen von Marihuana ist in der Schweiz nach wie vor strafbar – ausgenommen das Rauchen von CBD-Gras. Und gesetzlich verbotene Handlungen in einer Liegenschaft sind auch gemäss Mieterverband untersagt. Wenn ein Mieter trotz Abmahnung weiterhin in seiner Wohnung Cannabis konsumiert, kann das ein Kündigungsgrund sein.

 

Wer sich also zuhause gerne mal eine Pfeife stopft, eine Zigarre anzündet oder ganz einfach zum Glimmstengel greift, darf das gerne tun – solange er dabei auch auf die Nichtraucher Rücksicht nimmt.