Schlichte Formen zur Weihnachtszeit – wohltuende Schnörkellosigkeit

Auf das absolut Wesentliche reduziert - auch eine Form von Opulenz.

Auf das absolut Wesentliche reduziert – auch eine Form von Opulenz.

Bald ist es wieder soweit; allerorts wird weihnachtlich geschmückt was sich irgendwie schmücken lässt und für das grosse Fest hergerichtet. Aber Achtung; nicht in jedem Wohnstil passen pausbackige Engel und glitzernde Kugeln, Sterne und Klimbim. Wer sich einmal für eine etwas puristischere Geschmacksrichtung in Architektur und Einrichtung entschieden hat, sollte davon absehen, plötzlich dem Landhausstil zu verfallen und alles opulent vollzuhängen. Da beissen sich unterschiedliche Stilrichtungen, was meist, trotz aller wohlgemeinter Bemühungen, nicht so überzeugend aussieht.

Stilisierte Tannenbäume als Blickfang - reduziert und doch opulent in der Wirkung

Stilisierte Tannenbäume als Blickfang – reduziert und doch opulent in der Wirkung

Schnörkellosigkeit ist ein Entscheid

Es ist immer dasselbe; wer sich die Frage stellt, was zuerst da war, der läuft nie Gefahr eines stilistischen Ausrutschers. Wer den Entscheid für eine gradlinige Architektur, Glasfronten, Sichtbeton einmal aus Überzeugung gewählt hat und diesen Stil auch bewusst lebt, der sucht auch zum Fest der Liebe etwas adäquates. Echter Stil hat mit einer gelebten Grundhaltung zu tun und dieser kann man auch zu Weihnachten treu bleiben. Die bedeutet keinesfalls, dass festliche Schmuckformen keinen Platz haben – im Gegenteil. Wer sich gar an die Aussage ‚die schönsten Dinge entstehen durch Nachdenken. Und zwar vorher.‘ hält, dem können kaum Fehler unterlaufen. Alles was in Ableitung aus dem bestehenden Charakter eines Innenraums gemacht wird, ist immer der richtige Weg. Klare Räume verlangen nach klaren Objekten.

Blockhafte Objekte unterstreichen puristischen Wohnstil

Blockhafte Objekte unterstreichen puristischen Wohnstil

Markante Punkte setzen

Während es in einem Landhaus oder Chalet durchaus das richtige Vorgehen sein kann, recht spontan Lichterketten zu spannen sowie auf jeder Ablage und den Fenstersimsen weihnachtliche Dinge zu drapieren, verlangt der sachlichere Wohnstil auch eine sachliche Herangehensweise. ‚Weniger Kleinteiliges zugunsten von einzelnen markanten Blickfängen‘ lautet hier das Zauberwort. Die opulent ausgerichteten und bewusst überfrachteten Fensterbrett-Schmuckformen, die in den amerikanischen Holzhäusern so bezaubernd wirken, muten in klar-urbanem Umfeld einfach komisch an. Dies lässt sich mit Rüschenvorhängen in einer Loftwohnung vergleichen. Viele schwören auch auf sogenannte monochrome Gestaltungen. Also Kreationen, die aus nur einem oder maximal zwei unterschiedlichen Materialien sind, von denen aber eine grosse Zahl verarbeitet wurde. Anstelle von viel verschiedenen weihnachtlichen Dekosachen, besinnt man sich bei diesem Ansatz auf nur ganz wenige, kauft hiervon aber grad das ganze Regal leer.