Selber umziehen oder mit einem Umzugsunternehmen?

Umziehen bedeutet, aus einer Wohnung A aus- und in eine Wohnung B einzuziehen. Und das fast zum selben Zeitpunkt. Es grenzt an ein Wunder, dass das den meisten Umzüglern gelingt. Damit dieses Wunder noch öfter eintrifft, finden sich hier Entscheidungshilfen zur Frage: Selber umziehen oder lieber mit einem Umzugsunternehmen?

So ein Umzug ist kein Spaziergang, das schleckt keine Geiss weg. Es sei denn, man sei «Minimalist» und besässe höchstens 100 Dinge. Die schweizerische Realität des Wohnens sieht jedoch so aus, dass sich über kurz oder lang eine unübersichtliche Anzahl von Dingen, Gegenständen, Sachen und Chichi anhäuft.

Selber umziehen – wieso nicht?

Mit ein paar ausgeliehenen Fahrzeugen die paar Kisten zu transportieren, das kann ja wohl nicht so schwierig sein, denkt sich der eine oder die andere Erst-Umzieherin vielleicht. Andere tendieren dazu, die Anzahl ihrer Habseligkeiten grob zu unterschätzen. Oder sie fühlen sich freier in ihren Entscheidungen, wenn sie selber umziehen. Wieder andere halten so einen Umzug für eine gute Gelegenheit, ihre Freunde wieder einmal zu sehen. Aber vor allem: Selbständig zu zügeln, kostet weniger als mit einem Umzugsunternehmen.

Wer selber umzieht, muss allerdings an viele Dinge denken: Da wäre einmal das Zusammentrommeln der Umzugs-Kumpels, die man allerdings auch nicht ganz für umsonst schuften lassen sollte.

Ein Umzugswagen muss gemietet werden. In der Regel sind im Preis (bis zu 200 Franken pro Tag) die Versicherung, die Mietdauer sowie eine vorgesehene Anzahl Kilometer inbegriffen. Falls ein Fahrzeug von Bekannten ausgeliehen werden kann, sollte unbedingt die Versicherungsfrage geklärt werden.

Je grösser der Wagen ist, desto weniger Fahrten müssen unternommen werden. Fühlt sich jemand aus der Umzugstruppe aber auch imstand, ein grosses Transportfahrzeug zu fahren? Welche Distanzen sind zu bewältigen und wie viele Fahrten am Tag demzufolge möglich?

Ausserdem müssen Halteverbotszonen im Auge behalten und eventuell eine Bewilligung für einen Parkplatz vor dem Haus eingeholt werden. Dann wären da noch die Umzugsmaterialien wie Decken und Spanngurte, die vorab zu beschaffen sind. Auch wenn man es nicht hofft: Bei einem Umzug kann immer etwas passieren. Darum ist es ratsam, Versicherungsfragen abzuklären.

Umziehen mit dem Umzugsunternehmen

Der grösste Vorteil beim Umzug mit einem Umzugsunternehmen liegt auf der Hand: Umzugsunternehmen sind Profis. Zügelmänner packen die Dinge anders an als wir Otto-Normal-Zügler, sind gut ausgerüstet und machen nicht schlapp. Man braucht sich weder um den nötigen Transporter, noch um’s sichere Stappeln der Kartons zu kümmern. Der Umzug geht also schneller und weniger nervenaufreibender vonstatten.

Ist das Datum abgemacht, wird am Tag xy umgezogen, ohne Wenn und Aber. Gute Umzugsunternehmen sind auch gut versichert – und mit ihnen das Umzugsgut.

Viele Umzugsunternehmen bieten auch Wohnungsreinigungen sowie Service-Pakete an, die auf unterschiedliche Bedürfnisse zugeschnitten sind.

Mit diesen Kosten sind bei einem Umzug zu rechnen

Die Kosten für den Umzug mit einem Umzugsunternehmen basieren auf verschiedenen Faktoren. Logisch: Je weiter weg sich das neue Domizil befindet, umso höher sind die Kosten für Fahrzeit und Benzin.

An die Belade- und Ausladeadresse wird weniger gedacht. Die Wohnungseinrichtung aus dem vierten Stock über ein schmales Gartenweglein zu zügeln, wird aber teurer sein, als wenn aus der Parterrewohnung umgezogen wird. Einfach gesagt: Je mehr Treppenstufen die Zügelmänner zu überwinden haben und je grösser die Distanz vom Parkplatz zum Wohnungseingang ist, desto teurer wird es.

Wenn kein Lift vorhanden ist, arbeitet die Umzugsfirma, wenn nötig, mit einem eigenen Möbellift. Und zu guter Letzt: Entscheidend ist natürlich vor allem, wie gross das Inventar ist. Je grösser, wertvoller, schwerer und oder zerbrechlicher die Gegenstände sind, desto teurer wird es beim Umzug.

Umzugssituationen präsentieren sich also sehr unterschiedlich. Umzugsunternehmen unterbreiten deshalb erst nach dem Hausbesuch eines Mitarbeiters eine Offerte. Bei manchen Unternehmen ist es möglich, die von der Firma benötigten Informationen online zu hinterlegen und in der Folge eine Offerte zu erhalten.

Eine Umzugsstudie, erstellt für den Zeitraum zwischen Januar 2018 und Juli 2019, errechnete für das Zügeln einer 1.5-Zimmer-Wohnung Umzugskosten von durchschnittlich 781 Franken. Für den Umzug einer 3.5-Zimmer-Wohnung mussten im Durchschnitt 1417 Franken, für die 4.5-Zimmer-Wohnung 1816 Franken und für die 6.5-Zimmer-Wohnung 2608 Franken berappt werden. Eine Stunde Umzug kostete ungefähr 200 Franken. Aber eben, das sind Durchschnittszahlen. Im konkreten Fall variieren die Zahlen deutlich.

Umziehen – auf jeden Fall für Verpflegung sorgen!

Wer einen kleinen Haushalt, dafür aber einen umso grösseren Freundeskreis hat, der tendiert eher zu einem unkomplizierten Umzug unter Freunden: Für das ultrakleine Tiny-House lohnt es sich eher nicht, eine Umzugsfirma mit ins Boot zu holen. Wer jedoch seine 7-Zimmer-Villa zügeln will, der ist fast gezwungen, mit einer Umzugsfirma umzuziehen.

Was sich gleich bleibt: Verpflegung muss man in beiden Fällen bereitstellen. Und dass eine gute Organisation und das Verstauen von Hab und Gut in beschrifteten Kisten die halbe Miete sind, versteht sich von selbst. Das unverpackte Service von Grosi Klärli dem Kumpel oder Zügelmann in die Hände zu drücken – das geht so oder so nicht.