So sorgen Wandleuchten für Verblüffung

Historisch finden sich Wandappliken – wie sie früher genannt wurden – meist in Treppenaufgängen oder Korridoren, also überall dort, wo es zu eng für einen Beistelltisch mit Schirmlampe ist. Nicht selten weisen klassische Wandleuchten einiges an Zierrat auf, dies mag der Grund sein, weshalb sie ziemlich aus der Mode gekommen sind. Zu Unrecht, denn Wandleuchten erhellen einen Raum auf unglaublich interessante – ja, annähernd dramatische Weise.

Zwischenzeitlich kennt der Markt ganz puristisch anmutende Formen, schlichte Quader oder Halbschalenformen sowie modern interpretierte Schirmlampen, die einen schönen, fast mystisch anmutenden Lichtwurf nach unten und oben abgeben. Diese Leuchten werden aber nach wie vor meist in Gängen oder Entrées montiert. Wohl einfach, weil das immer so war. Wer den Mut hat, sich diesen Leuchten auf eine neue Art zu nähern, zaubert damit nicht nur eine wunderbare Lichtstimmung in alle Wohnräume sondern verblüfft mit etwas, das man spielerisch auch ‚Lichtschalk‘ nennen könnte.

Ein Leuchtenpaar beidseits des Spiegels - vier Lichtquellen anstelle der üblichen Lichtröhre.

Ein Leuchtenpaar beidseits des Spiegels – vier Lichtquellen anstelle der üblichen Lichtröhre.

In Reih‘ und Glied anordnen

Der spannende Ansatz liegt darin zwar klassische Schirmformen zu wählen, diese aber in ungewöhnlicher Weise in Paaranordnung oder gar ganzen Reihen zu hängen. So zum Beispiel ein Paar rechts und ein zweites Paar links des Badezimmerspiegels. Dieses ‚Doppelpaar‘ ersetzt dann also die übliche Neonröhre, die in der Nasszone üblicherweise für Licht sorgt. Noch heute bestimmt dieses lieblose Diffuslicht den Charakter vieler Badezimmer und man wundert sich, weshalb alle Versuche den Raum optisch aufzuwerten, irgendwie nicht fruchten. Also; erst einmal weg mit Röhren oder zentralen Lichtflutern – man kann Licht auch durch mehrere Einzelleuchten in der Breite verteilen. Zugegeben; der Montageaufwand von vier Leuchten ist etwas höher, auch die Anschaffung von mehreren Wandschirmlampen schlägt unter Umständen etwas mehr zu Buche. Die Investition lohnt sich jedoch in mancherlei Hinsicht: Die Lichterreihe überzeugt optisch, weil dieser kreative Umgang mit Wandleuchten noch kaum anderswo anzutreffen ist. Einmalig halt eben. Und wer dieses zauberhafte Licht einmal gesehen hat, tut sich dann sogar schwer, den Lichtschalter zu betätigen um das Licht auszuschalten. Es ist so schön, dass man versucht ist, zum Umweltsünder zu werden.

Wandleuchte in einem Vitrinenschrank integriert - kleine Lichtquelle mit grosser Wirkung.

Wandleuchte in einem Vitrinenschrank integriert – kleine Lichtquelle mit grosser Wirkung.

Neue Zusammenhänge schaffen

Leuchten werden meist dort montiert, wo Stromanschlüsse vorhanden sind. An Decken, zentral im Raum, halt dort, wo sich immer Leuchten befinden. Entsprechend ist dann auch die Wirkung. Einen verblüffenden Effekt kann erzielen, wer das Licht an ungewohnte Orte bringt. Das können auch ganz kleine Leuchten sein.

So zum Beispiel Wandleuchten in einer Vitrine, so ganz selbstverständlich zwischen Kochbüchern, Tellerstapeln oder Fotorahmen. Auf den ersten Blick vielleicht nicht einmal erkennbar. Diesen Lichtquellen ist nicht anzumerken, dass viel Überlegung hinter ihrer Position steckt und auch nicht, dass auch hier ein gewisser Aufwand in der Technik steckt. Irgendwoher muss die Stromzufuhr ja kommen, aber meist lässt sich ein Kabel durch die Bodenleiste zuführen und hinter dem Schrank hochziehen. Schönheit hat halt seinen Preis, aber wer diesen nicht scheut, wird allabendlich mit einem zauberhaften Lichtwunder belohnt!