Steuern 2015: Mit Immobilien Steuern sparen – aber wie?

Haus- und Wohnungseigentümer sind gut beraten, ihre Finanzen gründlich zu planen. Denn der Eigenmietwert respektive die Einkommens- und Vermögenssteuern können das Budget stark belasten. Folgende Tipps helfen Ihnen beim Ausfüllen der nächsten Steuererklärung.

Für die meisten von uns stellt das Sammeln von Belegen, Handwerkerrechnungen, Bankunterlagen und Lohnausweis nicht gerade ein Hobby dar. Der Papierkrieg ist aber unumänglich, wenn dieses Jahr wieder das Ausfüllen der jährlichen Steuererklärung fällig ist.

Der Besitz von Wohneigentum beeinflusst die Steuerrechnung massiv. Im Bild: gehobenes Stockwerkeigentum im Raum Zürich (Bild: Allreal)

Der Besitz von Wohneigentum beeinflusst die Steuerrechnung massiv. Im Bild: gehobenes Stockwerkeigentum im Raum Zürich (Bild: Allreal)

Steuern 2015 – was ist neu?

2015 bringt einige Neuerungen mit sich. Der Kanton Graubünden wechselt zum Beispiel bei der Festsetzung der Eigenmietwerte zu einer etwas lockereren Praxis. Gemäss einem Bundesgerichtsentscheid können die Kantone die Eigenmietwerte gegenüber dem Marktwert einer Liegenschaft bis auf 60 Prozent reduzieren. Die Bündner Steuerbehörden werden die Eigenmietwerte ab diesem Jahr von einem Zielwert von 70 auf 60 Prozent senken. Die kantonale Praxis ist recht unterschiedlich. Andere Kantone wie St. Gallen orientieren sich eher am Marktwert.

Der Eigenmietwert einer Wohnung oder eines Hauses wird den Steuerpflichtigen als fiktives Einkommen angerechnet, was natürlich die Steuerlast erhöht. Vor allem im Rentenalter schenkt diese Besteuerung oft stark ein.

 

Änderung auch im Kanton Bern

Eine Änderung tritt auf 2015 im Kanton Bern in Kraft: Während andere Kantone wie Zürich die Handänderungssteuer abgeschafft haben, wird sie im Kanton Bern teilweise abgeschafft. Seit dem 1. Januar ist der Erwerb von selbst genutztem Wohneigentum bis zu einem Kaufpreis von 800’000 Franken steuerfrei. – So gibt es in etlichen Kantonen Änderungen und Sonderregelungen, etwa auch zu so genannten «Härtefällen» beim Eigenmietwert (Missverhältnis von Einkommen zum steuerbaren Eigenmietwert). In jedem Fall lohnt es sich, sich vorgängig zu erkundigen, was in Ihrem Kanton gilt: vor allem bei den Eigenmietwerten und den erlaubten Steuerabzügen für Wohn- bzw. Hauseigentümer.

Steuern sparen – aber wie?

Weil 2015 die Zinsen für Hypotheken tendenziell weiter sinken, erhöht dies möglicherweise die Steuerlasten: Als Hauseigentümer und Steuerpflichtiger können Sie dementsprechend weniger Schuldzinsen abziehen, während aber die Eigenmietwerte in den letzten Jahren eher gestiegen sind. «Wir schätzen, dass damit die Fiskaleinnahmen in Milliardenhöhe steigen», sagt Pavlo Stathakis vom Hauseigentümerverband Schweiz (HEV).

Also gilt die Devise: Studieren Sie gründlich die Wegleitung und schöpfen Sie steuerliche Abzugsmöglichkeiten aus. Für Eigenheimbesitzer macht nebst den Schuldzinsen vor allem der Gebäudeunterhalt viel aus. Sanitär-, Spengler-, Maler-, Schreiner- oder Gärtnerarbeiten und andere Auslagen zwecks Unterhalt und Instandhaltung sind voll abziehbar. Auch Serviceabos und Versicherungsprämien im Zusammenhang mit dem Eigenheim können Sie abziehen, je nach Kanton auch Baurechtszinsen und die Kosten der Verwaltung durch Dritte.

Nicht abziehbar sind hingegen Auslagen, die zu den normalen Lebenshaltungs- und Betriebskosten zählen. Also etwa der Bezug von Energie, d.h. der Einkauf von Strom, Gas oder Heizöl. Auch Wasser- und Abwasserkosten, die Fernseh- und Telefonrechnung etc. dürfen steuerlich nicht geltend gemacht werden. In der Regel haben Sie die Möglichkeit, einmal jährlich zu entscheiden, ob Sie die effektiven Auslagen belegen und abziehen wollen oder Gebrauch vom Pauschalabzug machen. Je nach Kanton dürfen Sie 10 oder 20 Prozent des Eigenmietwertes als Pauschale abziehen. In Jahren mit vergleichsweise geringen Auslagen oder Renovationen lohnt sich natürlich der Pauschalabzug.

Massnahmen in Sachen Umweltschutz und Energie sparen sind bei den Steuern abziehbar. Im Bild: Solaranlage auf einem Dach (Bild: Minergie)

Massnahmen in Sachen Umweltschutz und Energie sparen sind bei den Steuern abziehbar. Im Bild: Solaranlage auf einem Dach (Bild: Minergie)

Hauseigentümer: Mit Abzügen Steuern sparen

In Jahren mit grösseren Arbeiten, Renovationen, Investitionen und Umbauten fahren Sie aber besser, wenn Sie die Kosten detailliert aufstellen und in der Steuerrechnung abziehen. Wenn grössere Projekte anstehen – zum Beispiel Sanierungen über mehrere Zehntausend Franken – kann es sinnvoll sein, die Arbeiten auf zwei Steuerjahre zu verteilen. «So ist es möglich, die Steuerprogression zu brechen und die Steuerlast insgesamt zu reduzieren», sagt Experte Pavlo Stathakis vom HEV Schweiz. Werterhaltende Renovationen oder der Ersatz von älteren Bauteilen und Geräten durch gleichwertige sind grundsätzlich voll abziehbar. Eine besondere Regelung gilt für Massnahmen im Bereich Umweltschutz und Energiesparen: Investitionen in Photovoltaik, eine Wärmepumpe oder neue Energiesparfenster sind in den meisten Kantonen und bei der Bundessteuer in vollem Umfang abziehbar. Das gilt selbst dann, wenn es sich im Grunde genommen um wertvermehrende Auslagen handelt. Wenn Sie also eine alte Ölheizung durch eine teurere Wärmepumpe mit Erdsonde ersetzen, sind diese Investitionen steuerlich zu Hundert Prozent abziehbar.

 

Nicht abziehbar sind hingegen Massnahmen, die ohne Bezug zum Energiesparen eine Wertvermehrung darstellen – wenn Sie anstelle des alten Bads eine veritable, grosse «Wellness-Zone» einrichten oder im Garten einen Swimming-Pool bauen, wo zuvor bloss ein englischer Rasen war.

Stockwerkeigentümer können analog Schuldzinsen und den Unterhalt ihrer eigenen Wohnung abziehen. Weiter sind für sie die üblichen Verwaltungskosten sowie Beiträge an den Erneuerungsfonds der Stockwerkeigentümer abziehbar, soweit diese Einlagen dem Unterhalt und der Instandhaltung des Gebäudes dienen (nicht der Wertvermehrung).

Checkliste zum mit Immobilien Steuern zu sparen.

Checkliste zum mit Immobilien Steuern zu sparen.

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