Streit im Garten: Rechte und Pflichten von Mietern bei der Gartennutzung

Nachbarn. Jeder hat sie, nur aussuchen kann man sie sich meist nicht. Auch wenn ein freundschaftliches Zusammenleben nicht immer ganz einfach ist, Streitigkeiten lassen sich allemal vermeiden. Der erste Schritt zu weniger Zwist: Seien Sie sich nicht nur Ihren Rechten, sondern auch Ihren Pflichten bewusst. Dazu ist es hilfreich zu wissen, wo genau die eigenen Grundstückgrenzen verlaufen. Diese sind im Grundbuch oder im Grundregister eingetragen. Wissen Sie erst einmal, wo Ihr Grundstück verläuft, wissen Sie auch, wo es endet. Was nun, wenn Ihr „Problem“ auf der anderen Seite der Hecke liegt?

Von hohen Bäumen und angrenzenden Sträuchern

Immer wieder stossen sich Nachbarn an der Bepflanzung des Gartens nebenan. Oft wird dabei dem Nachbarn vorgeworfen, dass zu hohe Bäume Schatten auf den eigenen Gartensitzplatz werfen oder die Sträucher des Nachbars zu nahe ans eigene Grundstück gepflanzt worden sind. Klärung bieten die kantonalen Gesetzbücher. So liegt beispielsweise im Kanton Bern der Fall so, dass alle Hochstämmer (Tannen, Birken, Linden etc.), in einem Abstand von mindestens fünf Metern zum Nachbargrundstück gepflanzt werden müssen. Für kleine Obstbäume, die eine Höhe von drei Metern nicht überragen, gelten drei Meter Abstand und für Ziersträucher und Reben, die nicht höher als zwei Meter gross werden, gelten 50 cm Abstand. Behalten Sie hierbei im Hinterkopf: Während Sie die Einhaltung der Maximalhöhen jederzeit verlangen können, verjährt Ihr Anspruch auf eine Beseitigung von zu nahe an Ihr Grundstück gepflanzten Sträucher und Bäume nach fünf Jahren.

Wenn der Nachbar den Grill anwirft

Mögen die eigenen Gemüsespiesse auch vorzüglich schmecken, wenn der Nachbar grillt, dann kann das ganz schnell mal lästig werden. Bevor aufgebracht über die Hecke gebrüllt wird, sollte man sich jedoch vergegenwärtigen, dass das Grillieren im eigenen Garten jedem gestattet ist. Erst wenn der zu Ihnen herüberwehende Rauch in den Bereich des Unzumutbaren fällt und Sie andauernd von einer grossen Rauchwolke umhüllt sind, können Sie sich aus rechtlicher Sicht beim Nachbarn beschweren und sich zur Wehr setzen.

Wenn es hinter der Hecke dröhnt, johlt und rattert

Grillpartys, Rasenmähen, Bäume schneiden – alles erlaubt, solange die Ruhezeit und die Nachtruhe berücksichtigt werden. Abgesehen von dieser allgemeinen Verordnung ist ein respektvoller Umgang mit den Nachbarn stets empfehlenswert. Einem harmonischen Nachbarschaftsverhältnis zuliebe sollten Sie also – auch wenn Sie eigentlich dürften – das Rasenmähen lieber unterlassen, wenn Ihr Nachbar mit seinen Gästen gerade draussen genüsslich frühstückt.

Zeigen Sie sich kulant

Wer sucht, der findet – Anstoss nehmen kann man an vielem, denn schliesslich gibt es immer etwas, das eben nicht ganz so passt. Wenn Sie sich Ihre lau- sommerlichen Abende bei gemütlichem Beisammensein im Garten jedoch nicht durch Nachbarschaftskonflikte vermiesen möchten, dann zeigen Sie sich kulant. Mit Sicherheit wird auch Ihr Nachbar Ihnen das eine oder andere Mal entgegenkommen.