Verlassene Häuser – morbide Schönheiten

Urban Exploration wurde in den vergangenen Jahren durch das Internet immer bekannter und hat sich zu einem regelrechten Massenphänomen entwickelt. Hauptsächlich handelt es sich dabei um das Erkunden alter, verlassener Gebäude. Die fotografische Dokumentation solcher Urban Explorations findet immer grösseren Anklang.

Einblick in das „Sanatorio del Gottardo“ (Foto: Flickr)

Verlassene Gebäude faszinieren

Wahrscheinlich steckt in den meisten von uns ein kleiner Entdecker, den wenn man ein leerstehendes Gebäude entdeckt, fällt es einem schwer, achtlos daran vorbeizulaufen. Genauso geht es auch den Urban Explorern, welche auch Urbexer genannt werden. Sie werden von der Aura, die das Objekt ausstrahlt, angezogen. Die verlassenen Orte faszinieren sie, das Adrenalin steigt und die Abenteurerlust wird geweckt. Dann geht das Erkunden los: Kein Raum soll unentdeckt bleiben. Besonders verlassene Krankenhäuser, Schulen oder Sanatorien  wirken mystisch und teils schon fast etwas gruselig. Aber genau das macht den Reiz für sie aus.

Flucht vor der Zivilisation

Die Schönheit der Objekte liegt in ihrem Verfall. Zudem wird die eintretende Verwilderung, von bekannten Urban Exploration-Anhängern, als entspannende und befreiende Zivilisationsflucht beschrieben. Es fühle sich an, als ob man einen Sprung in die Vergangenheit macht. Die Aura der vergangenen Zeit wird spürbar, genauso wie die Geschichte, die das Haus erlebt hat. Im Bestfall ist die gesamte oder Teile der Einrichtung noch vorhanden. Ansonsten bleibt einem nur das spekulieren, was in den einzelnen Räumen wohl einmal gewesen war.

Morbides zieht in den Bann

Es gibt immer etwas Neues zu entdecken, auch wenn von einigen Objekten schon zahlreiche Bilder online kursieren, verspüren die Urbexer einen Drang, es mit den eigenen Augen sehen zu müssen, denn jedes Objekt hat seine eigene Wirkung.

In der Schweiz sind solche Objekte eher selten zu finden. Als bekanntes Ziel unter Urban Explorer gilt die Spinnerei Jakobstal in Bülach oder das Gotthard Sanatorium im Tessin.

 

Luftaufnahme der Spinnerei Jakobstal in Bülach (Foto: Vimeo)

Rechtliche Situation

  • Urban Exploring bedeutet sich Zugang zu Privatem Grundstück zu verschaffen. Rein rechtlich gesehen ist UrbEx also Hausfriedensbruch. Deshalb sollte man sich entsprechende Erlaubnis oder eine Sondergenehmigung einholen, bevor man sich auf unbekanntes Terrain begibt.

Vorsicht ist geboten

Ausserdem ist das Ganze nicht ungefährlich. Oft sind die Gebäude kurz vor dem Zerfall. Wer die heruntergekommenen Gebäude dennoch betritt, begibt sich automatisch in Gefahr. Der Verfall der verlassenen Häuser machen sie einsturzgefährdet. Zudem sind die Böden oft durchgeweicht oder schon gar nicht mehr intakt. Daher sollten Sie niemals alleine einer der Lost Places betreten. Als wichtiger Punkt in der Szene gilt auch keinen Vandalismus zu betreiben. Graffitis und Diebstahl sind streng untersagt.

Ihr Motto lautet nähmlich: „Take nothing but pictures. Leave nothing but footprints.”