Vorsorge: Tipps für Ihre Finanzplanung mit Eigenheim

Bauland und Immobilien sind in der Schweiz vergleichsweise teuer. Damit die eigenen vier Wände später nicht zur Kostenfalle werden, braucht es zwei Dinge: eine kluge Finanzplanung und eine gute Vorsorge – damit Sie das Wohnen in jeder Lebensphase sorgenfrei geniessen können.

Ein Eigenheim motiviert zum Sparen. Um den Lebenstraum zu verwirklichen, unternehmen viele Leute Sparanstrengungen, auch schon in jungen Jahren. Viele Eigentümer von Häusern und Wohnungen investieren ihre Ersparnisse oder einen Teil ihres Pensionskassenguthabens ins Eigenheim.

Doch neulich tauchen vermehrt negative Szenarien auf: Reichen die Altersrenten, um den Lebensstandard auch im Alter 70 oder 75 zu halten? Tragen die 1. und die 2. Säule, was uns die Politik einst versprochen hat? Die Presse publizierte teils schon Reports unter der Überschrift “die betrogene Generation” – in Anspielung auf die Jahrgänge, die in fünf bis zehn Jahren in Pension gehen. Sie müssen aller Voraussicht nach den Gürtel enger schnallen.

Kredit für Rentner

Ist man auch im Alter 65+ bei den Banken kreditwürdig, oder gilt das Eigenheim dann plötzlich als “Klumpenrisiko”? Seit die Anforderungen für Hypotheken und deren finanzielle Tragbarkeit gestiegen sind, drängen sich tatsächlich kritische Fragen auf. Gar nicht so selten finden sich ältere Wohneigentümer in folgender Konstellation: Ein grosser Teil ihrer Ersparnisse, oft auch andere Zuwendungen und Erbschaften, ist in ihrer Liegenschaft gebunden.

Wenn die Senioren und Seniorinnen sich dann auch noch dieses und jenes leisten möchten, sind die Altersrenten bald einmal aufgezehrt. Auf dem Papier sind diese Eigentümer vermögend. Ist die Liegenschaft gut unterhalten, dürfte sie in den letzten Jahren im Wert gestiegen sein. Aber eine selbst bewohnte Liegenschaft generiert weder liquide Mittel noch Dividenden wie Wertschriften oder Ähnliches. Das Dilemma lautet: “Millionär und knapp bei Kasse”. Das Kapital einer Immobilie lässt sich eben nicht verflüssigen.

Tipps für Ihre Finanzplanung

  • Definieren Sie Ihre persönlichen Zielsetzungen: Sparziel Eigenheim? Sicherung des Eigenheims im Alter? Reduktion Ihres Arbeitspensums oder frühzeitige Pensionierung? Sparen Sie im Hinblick auf eine Familiengründung? Analyse Ihrer aktuellen Situation: Erstaunlich, aber wahr ist: Viele Leute führen nicht allzu exakt Buch über ihre laufenden Einnahmen und Ausgaben. Dies ist aber viel Wert, um zum Beispiel Ihre künftigen Wohnkosten oder die finanzielle Tragbarkeit Ihrer Wohnwünsche zu ermitteln.
  • Hochrechnung und Extrapolation in die Zukunft: Öffnen sich Löcher in Ihrem Budget? Oder haben Sie Spielraum, um neue Sparziele zu definieren? Wie steht es mit Lohn und beruflicher Karriere für die nächsten Jahre?
  • Gerade als Besitzer eines Eigenheims ist die Risikoabsicherung sehr wichtig. Eine Familie im Eigenheim ist meist in hohem Mass vom Einkommen eines Partners abhängig. Überprüfen Sie: Wie gut ist der Versicherungsschutz (Pensionskasse, gesetzliche Unfallversicherung) im Falle von Krankheit oder Invalidität? Zur Risikoabklärung gilt es auch, an die Folgen schwerer Schicksalsschläge zu denken (dauernde Erwerbsunfähigkeit, Todesfall). Als Wohneigentümer sind Sie gut beraten, eine gründliche Vorsorgeanalyse zu machen und, wo nötig, Zusatzversicherungen abzuschliessen (Risikopolice, Versicherung Erwerbsausfall).
  • Längerfristig gilt es natürlich, die erstellten Pläne und die gesetzten Ziele periodisch zu überprüfen. Sind die Finanzen für die nächsten Jahre im Lot? Könnten im Zusammenhang mit dem Liegenschaftsbesitz später höhere, nicht geplante Investitionen anfallen (zum Beispiel grössere Sanierung)? Halten Sie die nötigen Mittel verfügbar?

Die Finanzplanung und Vorsorge müssen auf die unterschiedlichen Stationen im Leben abgestimmt sein. Mit 25 oder 30 denken viele Menschen noch nicht gross an ihre Altersvorsorge. Sie haben ganz andere Ziele und Lebensträume – vielleicht ein Ausland- oder Sprachaufenthalt? Weitere Stationen sind die Familiengründung, ein beruflicher Aufstieg oder eben der Kauf eines eigenen Hauses oder einer eigenen Wohnung. Zu diesem Zeitpunkt stehen dann die gute Finanzplanung und die finanzielle Absicherung des Partners respektive der Familie im Vordergrund.

Reicht das Geld im Alter?

In späteren Lebensphasen kommt die Pensionierungsplanung aufs Tapet, allenfalls auch Nachfolgeregelung im eigenen Unternehmen, Nachlass- und Erbschaftsplanung. Heute gilt es öfters, der unangenehmen Tatsache sinkender Altersrenten ins Auge zu sehen. Vorsorgeexperten empfehlen, die Rechnung schon im Alter 55+ zu machen: Auf dem Pensionskassenausweis und mit Hilfe einer Rentenvorausberechnung bei der AHV lassen sich die künftigen Einnahmen bzw. Altersrenten abschätzen. Um sich vor unangenehmen Überraschungen zu schützen, lohnt sich diese frühzeitige Planung. Denn falls sich Finanzlücken öffnen, bleibt immer noch Zeit, sie zu schliessen.

Dabei kann man auch nie ganz ausschliessen, dass es mit der Finanzierung eines grossen und teuren Hauses im Alter 65 eng werden könnte. Aber es eröffnen sich meist doch mehr Lösungsmöglichkeiten, als man zuerst vermuten würde: Vielleicht sind höhere Kreditrückzahlungen möglich und bringen die Finanzen wieder ins Lot. Vielleicht wollen Sie steuergünstige Vorsorgeinstrumente nutzen (Einzahlungen in Säule 3a und wo möglich Einkäufe in IhrePensionskasse). Weiter kann die Bedeutung der Hypotheken- und Amortisationsstrategie kaum hoch genug eingeschätzt werden. Denn davon hängen die laufenden Zinskosten ab, aber auch ein gewisses “Sicherheitspolster”, wenn die Verschuldung längerfristig im richtigen Rahmen liegt.

Flexibel bleiben

Viele Leute entscheiden sich heute freiwillig für ein “Downsizing”: Sie verkaufen das grosse Haus mit Umschwung und Garten und ziehen stattdessen in eine komfortable, altersgerechte Eigentumswohnung. Fazit: Wenn Sie die Finanz- und Lebensplanung selbst in die Hand nehmen, leben Sie sorgenfreier. Und Sie haben einen wesentlich grösseren Gestaltungsspielraum!