Wäsche in der Wohnung trocknen – Ist das erlaubt?

Als Mieter oder Mieterin hast du oft nicht die Möglichkeit, deine Wäsche in einem Trocknungsraum aufzuhängen. Und da auch ein Balkon oder Garten bei einer Mietwohnung nicht immer inbegriffen sind, bleibt einem Mieter manchmal nichts anderes übrig, als die feuchte Wäsche in der Wohnung zum Trocknen aufzuhängen. Aber ist das überhaupt erlaubt? Und wie sieht es aus mit gesundheitlichen Risiken und Feuchtigkeitsschäden?

Wäsche in der Wohnung trocknen – Ist das erlaubt? (Quelle: pixabay.com)

Die rechtliche Lage

Grundsätzlich verbietet das Schweizer Mietrecht das Trocknen der Wäsche in der Wohnung nicht. Ein- bis zweimal pro Woche kannst du beruhigt einen Wäscheständer mittlerer Grösse in der Wohnung aufstellen. Du solltest dabei aber wissen, dass das Aufhängen von feuchter Wäsche die Luftfeuchtigkeit im Raum um ca. 30% erhöht. Die aus der Feuchtigkeit resultierende Nässe an Fenstern oder Wänden ist ein idealer Nährboden für Schimmel, der dann zu Atembeschwerden und Allergien führen kann. Ausserdem musst du als Mieter oder Mieterin für Schäden, die durch solch eine selbstverschuldete Schimmelbildung verursacht worden sind, auch selbst aufkommen. Damit dir das beim Aufhängen der Wäsche in der Wohnung nicht passiert und du dir mögliche finanzielle und gesundheitliche Folgen sparst, solltest du beim Wäschetrocknen ein paar Dinge beachten.

Richtiges Wäschetrocknen in der Wohnung

Grundsätzlich solltest du den Wäscheständer in einem beheizten Raum aufstellen, da nur warme Luft die Feuchtigkeit aufnehmen kann, die in der nassen Wäsche steckt. Beim Trocknen der Wäsche solltest du dazu darauf achten, mehrmals täglich Stosslüftungen durchzuführen, d.h. die Fenster jeweils für eine kurze Zeit vollständig zu öffnen. So kann die feuchte Luft, die entsteht, am besten entweichen und Schimmelbildung kann vorgebeugt werden. Du kannst auch zusätzlich in den anderen Räumen die Fenster öffnen und für Durchzug sorgen, so wird die Luftfeuchtigkeit noch schneller sinken.

Luftentfeuchter gegen Schimmel in der Wohnung

Eine weitere Möglichkeit, um beim Wäschetrocknen in der Wohnung Schimmelbildung zu verhindern, sind Luftentfeuchter.  Diese Geräte entziehen der Luft die überschüssige Feuchtigkeit, die durch das Trocknen entsteht und sammeln es in einem Behälter, der dann einfach geleert werden kann. Solche Geräte sind jedoch oftmals Stromfresser. Erkundige dich daher immer nach modernen, energieeffizienten Geräten. Fortschrittliche Geräte arbeiten ausserdem sehr leise und schalten bei vollem Tank automatisch ab.

Damit du während des gesamten Prozesses kontrollieren kannst, ob deine Massnahmen auch wirkungsvoll sind, kannst du mit einem sogenannten Hygrometer die Luftfeuchtigkeit in deiner Wohnung messen und auf diese Weise nachschauen, ob es in der Wohnung zu feucht ist und die Gefahr von Schimmelbildung besteht. Optimalerweise sollte die Luftfeuchtigkeit in deiner Wohnung zwischen 40 und 60% liegen. Und für diejenigen, die sich kein neues Gerät zutun wollen: Mittlerweile gibt es sogar Hygrometer-Apps, mit der du die Luftfeuchtigkeit mit Hilfe deines Smartphones messen kannst.

Wäsche im Winter draussen trocknen

Verfügt dein Mietshaus über einen Wäscheplatz oder einen Garten? Dann kannst du deine Wäsche im Sommer natürlich problemlos dort aufhängen. Wusstest du aber, dass das auch im Winter geht? Wenn draussen Kälte oder sogar Frost herrscht, funktioniert das prima. Das Wasser in der Wäsche gefriert bei Minustemperaturen sofort. Danach geht es vom gefrorenen direkt in den gasförmigen Zustand über – es verdunstet also – und die Wäsche trocknet. Weht auch noch ein zügiger Wind, geht das Ganze noch schneller.

Übrigens: Im Winter trocknet die Wäsche schneller als im Sommer, denn im Sommer ist es die Luft oft feucht. Diese feuchte Luft kann die Feuchtigkeit der Wäsche natürlich viel schlechter aufnehmen als die trockene Winterluft, was dazu führt, dass es länger dauert, bis die Nässe aus der Wäsche draussen ist.

Wäsche trocknet auch im Winter im Freien (Quelle: CC0 / Pixabay / mrkazoo)