Weniger ist das neue Mehr: Tipps zum cleveren Ausmisten und Entrümpeln

Ausmisten und Entrümpeln: Spätestens bei einem Umzug MUSS man es tun!

Im Keller ist kein Durchkommen mehr, in der Küche türmen sich allerhand Utensilien, die Kleiderschränke platzen aus allen Nähten –  über kurz oder lang füllt sich jedes Haus und jede Wohnung mit vielen Dingen, die man nicht mehr braucht und deshalb nur noch herumstehen. Buchhalterisch betrachtet haben es vor allem Familienhaushalte in sich: Der Wareneingang ist stets höher als der Warenausgang! Lebte man vor der Familiengründung als Paar in einer ordentlichen und spartanischen Wohnung mit viel Raum und Luft zum Leben, kämpft man später im Familienhaushalt gegen immer grösser werdende Warenberge und chronischem Platzmangel. Irgendwann ist es dann höchste Zeit, auszumisten und zu entrümpeln, um wieder Ordnung und vor allem Platz zu schaffen. Geht man mit etwas System vor, geht diese für die meisten Menschen lästige und erdrückende Aufgabe deutlich einfacher von der Hand.

1. Kluge Vorbereitung und richtige Einstellung

Besorgen Sie sich vor dem Ausmisten und Entrümpeln verschiedene (Zügel-)Kisten oder Kartons und beschriften Sie sie beispielsweise mit „Abfall“, „Flohmarkt“, „Verschenken“ und „Zum Reparieren“. Auf diese Weise können Sie alles, was Sie in die Hand nehmen gleich richtig sortieren: Was definitiv entsorgt werden muss, kommt in die Abfallkiste, was noch verkauft oder verschenkt werden kann in die Flohmi- oder Geschenkekiste. Dinge, die bisher herumgestanden und nicht gebraucht wurden, nur weil sie nicht mehr funktionierten, aber noch repariert werden können, sollten Sie genauer prüfen: Können Sie die Sachen selber flicken? Allenfalls in einem Repair Café? Oder ist es lohnenswert, sie fachmännisch reparieren zu lassen? Denken Sie daran: Ausmisten und entrümpeln heisst nicht, alles einfach weg zu schmeissen. Dinge, die wieder verkauft oder verschenkt werden können, erbringen anderen Menschen einen nutzen und wenn Sie etwas flicken, so helfen Sie mit, die Reparaturkultur aufrecht zu erhalten.

2. Strukturiertes Vorgehen

Beim Ausmisten und Entrümpeln gelten ein paar bewährte Faustregeln:

  • Alles, was Sie ein Jahr lang nicht mehr benützt haben, brauchen Sie ganz offensichtlich nicht und deshalb können Sie es getrost ausmisten!
  • Alles, was Sie doppelt besitzen (vor allem in der Küche, aber häufig auch in der Garage oder Werkstatt), können Sie „halbieren“, sprich: eines der Dinge kommt weg!
  • Alles, was Sie bisher nur behalten haben, weil es ein Geschenk war, dürfen Sie weggeben bzw. weiter schenken. Ohne schlechtes Gewissen.
  • Gehen Sie Schritt für Schritt vor: Zuerst entscheiden Sie, mit welchem Raum Sie beginnen wollen. Anschliessend definieren Sie die Reihenfolge der auszumistenden Objekte innerhalb des Raumes. Am besten gehen Sie dabei immer vom Grossen zum Kleinen vor. Zum Beispiel: Sie wollen mit dem Entrümpeln des Schlafzimmers starten. Sie nehmen sich als erstes den Kleiderschrank vor, dann die Kommode und zum Schluss die beiden Nachttischchen.
  • Jedes Objekt, das Sie ausmisten wollen, leeren Sie vollständig und putzen es, bevor Sie wieder mit dem Einräumen der Sachen starten, die Sie behalten wollen.

3. Augenmerk auf die Knackpunkte

Der regelmässige Gang zum Flohmi schafft immer wieder neuen Platz!

Der Keller

Natürlich darf der Keller (oder der Estrich) als Lagerraum für viele Dinge dienen, soll er sogar! Allerdings – gemäss Faustregel aus Punkt 2 – nur für Sachen, die Sie wenigstens einmal im Jahr benützen! Achten Sie dabei darauf, dass Sie alles so verstauen, dass jeder Gegenstand direkt erreichbar ist und dass Luft und Energie dazwischen zirkulieren können.

Die Küche

Die Küche ist geradezu prädestiniert, als „Warenlager“ für die verschiedensten unnützen Dinge zu dienen: abgelaufene Lebensmittel, haufenweise Küchenutensilien, die doppelt vorhanden sind, Haushaltsgeräte, die nicht gebraucht werden oder aber kaputtes Geschirr, das man nicht mehr einsetzen mag.

Der Kleiderschrank

Der Kleiderschrank gehört zu den Klassikern des Themas Ausmisten und Entrümpeln! Beim Aufräumen sollten Sie restlos alle Kleider heraus nehmen, den Kasten putzen und jedes Stück, das Sie behalten wollen, neu einordnen. Auch hier gilt: Was Sie mehr als ein Jahr nicht getragen haben, kommt weg – als Geschenk, auf den Flohmi oder in die Kleidersammlung.

Das Kinderzimmer

Naturgemäss ist ein Kinderzimmer ein Sammelsurium von verschiedensten Dingen, in welchem sich vor allem die Kinder einfach wohl fühlen müssen. Wenn aber das Betreten oder das Saubermachen vor lauter herumliegender Gegenstände verunmöglicht wird, so müssen Sie auch im Reich Ihrer Kinder für Ordnung sorgen. Wenn Sie alleine für die Spielsachen clevere Aufbewahrungssysteme wie zum Beispiel stapelbare Boxen verwenden, so ist bereits vieles erreicht. Auch im Kinderzimmer gilt: Spielzeug, mit welchem seit langer Zeit nicht mehr gespielt wird, kommt weg.

4. Mit Disziplin und Routine zum Langzeiterfolg

Damit die neu geschaffene Ordnung auch möglichst lange anhält, sollten Sie darauf achten, gewisse Aufräumroutinen in Ihren Alltag einzubauen:

  • Jedes Mal, wenn Sie von einem Raum in einen anderen gehen, nehmen Sie gleich etwas mit, das herumliegt und nicht da hingehört.
  • Alles, was Sie in die Hand nehmen, wird nach dem Gebrauch auch gleich wieder versorgt.
  • Schmutzige Wäsche legen Sie umgehend in den Wäschekorb, schmutziges Geschirr in die Spülmaschine, Zeitungen und Zeitschriften nach dem Lesen grad ins Altpapier.
  • Wenn Sie täglich nur gerade 20 Minuten sortieren, aufräumen und etwas putzen, ersparen Sie sich lange und mühsame Putz- und Aufräumaktionen.
  • Damit sich nicht innert kürzester Zeit wieder viel zu viele Dinge ansammeln, sollten Sie das sogenannte „one in, one out-Prinzip“ konsequent umsetzen: Für alles, was neu in ihr Haus oder in Ihre Wohnung kommt, muss etwas anderes entsorgt werden.

Ausmisten und Entrümpeln zahlen sich aus, denn: Weniger Ballast schafft nicht nur Platz, sondern macht vor allem glücklich und frei!

Wann haben Sie letzmals ausgemistet und entrümpelt? Was fiel Ihnen leicht, was schwer? Wie lange hat die neue Ordnung gehalten? Welche Tipps haben Sie?

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