Wie man den Platz in kleinen Bädern sinnvoll nutzt

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Das Badezimmer ist in vielen Wohnungen und Häusern ein Sorgenkind: Oft ist der Raum klein und fensterlos.

Mit den richtigen Badmöbeln und etwas Geschick lassen sich aber auch kleine Bäder mit Stauraum ausstatten. Alles, was man benötigt, sind die richtigen Ideen.

Im Badezimmer will man sich wohlfühlen. Es soll eine gewisse Atmosphäre ausstrahlen, wohnlich und funktional sein. Aber was kann man tun, wenn der Raum sehr klein ist? Vor allem gilt: Ein kleines Bad sollte nicht zusätzlich gegliedert, also in weitere Flächen unterteilt werden. Offenheit ist Pflicht.

 

 

 

 

Keinen Zentimeter verschenken

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Für gewöhnliche Schränke fehlt in kleinen Bädern oft der Platz. Deswegen muss Stauraum auf anderem Weg geschaffen werden. Vor allem dort, wo er gleichzeitig als Nutzfläche dienen kann. Grundsätzlich gilt es, in kleinen Räumen keinen Zentimeter zu verschenken. Man kann zum Beispiel in die Höhe arbeiten. Eventuell ergibt ein Fenstersims zusätzliche Ablagefläche für Pflegeprodukte. Platzsparend sind auch Querstangen knapp unter der Decke. Diese dienen gleichzeitig als Wäscheständer und Garderobe. Mit Bügeln kann viel Kleidung angehängt werden.

Der Trend geht hin zu kompakten Nasszellen. Diesen haben auch die Möbelproduzenten aufgegriffen. In ihren Sortimenten finden sich Lösungen für kompakte Möbel und montierte Abstellflächen. Ein Waschtisch mit Doppelwaschbecken und einem Lavabo ist darum eine gute Investition.

Im Bad sammeln sich zahlreiche Utensilien an. Schnell überquellen Schränke und Regale, die Unordnung ist vorprogrammiert. «Wichtig ist, dass bei der Einrichtung des Bades der Stauraum von Anfang an wohlüberlegt eingeplant wird», sagt Rebecca Steiner von der Firma Talsee, welche sich auf Badezimmer spezialisiert hat.

Man muss sich fragen: Welche Sachen will ich verstauen? Wie viel Platz benötige ich für diese? Wie nutzte ich den Raum optimal aus? «Wir empfehlen beispielsweise beim Lavabo ein Möbel mit einer praktischen Innenschublade», erklärt Steiner. Den ausziehbaren Setzkasten könne jeder nach seinen Bedürfnissen gestalten. Die Innenschubladen sind mit einem Stecksystem ausgestattet (Bilder 3 und 4). Talsee-Möbel werden nach Mass gefertigt. Während das Innere immer weiss ist, kann der Kunde bei den Fronten zwischen über hundert verschiedenen Farben und Materialien wählen. Die Innenschubladen gibt es ab 327 Franken.

Ein Schrank über dem Waschbecken erfüllt mehrere Funktionen, Er bietet Stauraum, Spiegelfläche und Beleuchtung. Die Ausführungen von Talsee können flächenbündig in die Wand eingebaut werden und sehen aus wie eine Spiegelwand. Das Modell «reflect» ist in einer Breite von 80 cm bis 200 cm erhältlich und ab 2349 Franken zu haben. Spiegel lassen Räume grösser erscheinen. Reflexion und Glanz sorgen dafür, dass auch Unscheinbares mehr Glamour und optische Grösse bekommt (Bilder 1 und 2).

Gerade wenn kleine Badezimmer von mehreren Personen genutzt werden, braucht es ein System. Sinnvoll ist zum Beispiel eine Regalleiter. Sie benötigt nur wenig Platz, wirkt nicht wuchtig und hat einen individuellen Charme (Bild 5).
Daneben schaffen kleine Haken und Halter für Handtücher Ordnung. Rollcontainer findet man meistens in der Büromöbel-Abteilung, sie eignen sich aber auch sehr gut für das Badezimmer. Ihr Vorteil: Sie sind mobil und können nach Belieben verschoben werden.

Ein Lichtkonzept wirkt Wunder

Licht lässt ein kleines Bad geräumiger wirken. Je nach Tageszeit und Stimmung gibt es im Badezimmer unterschiedliche Anforderungen an das Licht. Am Morgen braucht man kaltes Licht zum Aufwachen, am Abend wünscht man warmes zum Entspannen. Darum ist ein gut durchdachtes Lichtkonzept wichtig. Ideal sind mehrere dimmbare Lichtquellen. Wer eine Kombination aus Decken-, Wand- und Pendellampen wählt, kann den Raum unterschiedlich beleuchten. Gerade im Mietwohnungsbau werden Badezimmer oft zurückhaltend gestaltet. Mit etwas Luxus lassen sie sich aber aufpeppen. Edel wirken zum Beispiel Mosaikfliesen über dem Waschtisch. Sie lenken ausserdem zusätzlich von der Enge ab.

Helle Farben sind sinnvoller

Farben beeinflussen die Raumwirkung massgeblich. Ein klares Farbkonzept, zum Beispiel, mit Fliesen und Accessoires, verleiht dem kleinen Bad Individualität, ohne es zu erdrücken. Dunkle Farben sind edel, sie engen aber ein. Knallige Farben und grosse Muster wirken erdrückend in einem kleinen Raum.

Frottierwäsche: Stimmige Serie in der gleichen Farbe

Textilien wie Teppiche und Vorhänge nehmen dem Badezimmer die Sterilität. Die Frottierwäsche sollte man von Zeit zu Zeit auswechseln. Es lohnt sich, in eine stimmige Serie zu investieren: Sie sollte in der gleichen Farbe sein und möglichst uni gewählt werden.

Holz und Stein

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Optisch kann man mit Materialien viel herausholen: Holz und Stein machen ein kleines Bad gemütlich. Ideal für das Bad ist zum Beispiel Lärchenholz, da es von Natur aus wasserabweisend ist. Um Wasserflecken zu vermeiden empfiehlt sich eine Schutzschicht aus Holzöl. Vorsicht ist geboten bei der Wahl der Badmöbel: Sie sollten aus Materialien hergestellt sein, die Feuchtigkeit aushalten. Muss im kleinen Bad auch noch die Waschmaschine untergebracht werden, kann man eine Faltwand besorgen, hinter der man alles verschwinden lassen kann, was man nicht sehen soll.

 

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1 & 2 Schränke über dem Waschbecken sind Stauraum, Lichtquelle und Spiegel zugleich.
3 &4 Rebecca Steiner von der Firma Talsee empfiehlt Lavabo-Möbel mit Setzkasten-Schubladensystem .
5 Regalleitern brauchen nicht viel Platz und verleihen dem Bad Charme.