Wohntraum Eigenheim: Schon in jungen Jahren sparen

Im Alter von 30 oder 35 Jahren sind die wenigsten Millionär. Und man wird auch nicht gleich als Grossinvestor geboren. Mit etwas Sitzleder und einer klugen Planung lassen sich Sparziele verwirklichen. Selbst ein hübsches Eigenheim ist eines Tages in greifbarer Nähe!

Wohntraum Eigenheim? – Für die junge Generation X oder Generation Z (nach 1995 geboren) zählen andere Dinge im Leben als für die Älteren. Es gilt, sich der Aus- und Fortbildung zu widmen. Die einen träumen von einem Auslandaufenthalt. Sie wollen beruflich vorwärts kommen und doch flexibel leben. Andere heiraten schon früh und gründen eine Familie.

Wenn es ums Wohnen geht, sind die Wohnträume über viele Generationen hinweg ähnlich. Eine Mehrheit will nicht ein Leben lang zur Miete wohnen, sondern sich eines Tages ein Haus oder eine Eigentumswohnung leisten.

 

Geld- und Spartipps fürs Leben

Auf dem Weg zum «Wohntraum Eigenheim» helfen drei Grundsätze weiter:

  • Stellen Sie Ihr individuelles Budget auf! Sobald Sie einmal ins Erwerbsleben eingestiegen sind, lohnt sich eine genauere Analyse und Planung von Einkünften und Kosten. Was können Sie monatlich oder jährlich an Ersparnissen anlegen? Widerstehen Sie den Verlockungen der Konsumwelt. Hinterfragen Sie einmal die teuren Leasing-Raten oder den Fünf-Sterne-Urlaub. Versuchen Sie stattdessen, konstant etwas auf die hohe Kante zu legen.
  • Sparziel: Schmieden Sie konkrete Pläne! Wie hoch ist der Betrag, den Sie benötigen werden? In manchen Regionen wie im Raum Zürich oder rund um den Genfersee sind die Kaufpreise hoch. Hier benötigen Sie eine Grössenordnung von 150’000 oder 200’000 Franken Eigenkapital (in der Regel 20 Prozent des Kaufpreises). Überall dort, wo die Kaufpreise tiefer liegen, kommt man mit weniger Geld zum Ziel.
  • Beziehen Sie die Familie, Freunde und Verwandte mit ein! Selbst bei gutem Einkommen ist zum Beispiel eine Frist von fünf oder sechs Jahren zu kurz, um auf einen grünen Zweig zu kommen. Eine Schenkung oder ein Erbvorbezug sind in der Praxis eine willkommene Finanzspritze. Achten Sie aber darauf, dass das Geld der Eltern, vom lieben Onkel oder einer Tante nur unter gewissen Auflagen voll als Eigenkapital anrechenbar sind (nicht rückzahlbares, nicht verzinsliches, unbefristetes Darlehen). Fragen Sie Ihre Bank.

Geldtipp fürs Leben: Um grössere Sparziele zu erreichen, zahlt sich Disziplin aus. (Bild: fotolia)

Sparen – aber wie?

«Allgemein sind Einzahlungen in die Säule 3a ein populäres Sparinstrument», sagt Florian Schubiger von Vermögenspartner in Zürich. Der Vorteil: Die jährlichen Einzahlungen sind vom steuerbaren Einkommen voll abziehbar (Steuereinsparung). In der Regel erzielen Sie damit auch höhere Erträge als mit Kontoguthaben. Säule-3a-Guthaben können je nach Bank und Anbieter auch in Wertschriften investiert werden (vor allem bei längerem Anlagehorizont).  Das Gesetz gestattet es, die an sich gebundene Vorsorge der Säule 3a später für Wohneigentum zu beziehen (natürlich vor der Pensionierung).

Wenn Sie auf die Säule 3a bauen, muss aber tatsächlich der «Wohntraum Eigenheim» im Fokus sein. Bezüge zwecks Weiterbildung oder Weltreise sind nicht gestattet!

Für die jüngere Generation (Generation Z und Generation Y) weniger geeignet sind Sparbemühungen über die Pensionskasse. Zwar kann einbezahltes PK-Geld auch fürs Eigenheim vorbezogen werden. Aber die Mittel sind längerfristig zweckgebunden. Kommt dazu, dass die künftigen Leistungen im Rentensystem nicht mehr so gut gesichert sind wie früher. Freiwillige Einzahlungen in die PK sind eher im Alter 55+ sinnvoll, aber nicht für Junge.

 

Mit Aktien sparen – aber langfristig

Wer wirklich ambitiös sparen will, sollte sich einen Plan mit Aktien zurechtlegen. Nach den Statistiken von Pictet versprechen Schweizer Aktien mit einem Ertrag bzw. mit einer Performance von 8 bis 10 Prozent pro Jahr die mit Abstand besten Resultate. Aber Vorsicht: Weil Kurse an der Börse stark schwanken, sollten Sie dafür einen Anlagehorizont von mindestens zehn Jahren haben.

Manche Anlageexperten sind sich aber nicht sicher, dass in den nächsten Jahren mit Schweizer Aktien ähnlich hohe Gewinne wie früher möglich sind.

Daniel Mewes, Leiter Investment Solutions und Mitglied der Geschäftsleitung von PostFinance, empfiehlt eine sehr breite Diversifikation mit Aktien. «Einen Anteil von rund 35 – 45 Prozent Schweizer Aktien erachten wir als durchaus vertretbar. Der Rest sollte international angelegt sein», empfiehlt Mewes von PostFinance.

Laut Experte Schubiger zählt bei Aktien das planmässige Vorgehen: «Es kommt darauf an, sich einmal auf eine Strategie und einen Plan festzulegen. Dann gilt es, regelmässig in Aktien zu investieren.» Geht es um einzelne Titel an der Börse, sind aber viele Leute rasch am Ende ihres Lateins. Wollen Sie Aktien von bestimmten Multis wie Novartis, Roche oder Nestlé? Oder lieber Swisscom, Logitech oder kleinere Aktiengesellschaften?

Geldtipp fürs Leben Nummer 2: Gut planen und früh anfangen! (Bild: Pixabay)

 

Wohntraum Eigenheim: Mit Geduld zum Ziel

Heute gibt es viele Alternativen zum Kauf von Einzeltiteln. Am besten fragen Sie Ihre Bank oder Ihren Anlagepartner nach einem Sparplan auf Basis von Indexprodukten (ETF). Bei Postfinance ist ein Sparplan schon mit Beträgen ab 20 Franken möglich. Auf das Konto Ihres Sparplans zahlen Sie monatlich oder jährlich den einmal festgelegten Betrag. Je nach Kontostand oder je nach Sparplan wird die Summe laufend investiert. Wichtig ist die Konstanz. Auf dem Weg zum «Wohntraum Eigenheim» müssen Sie Jahr für Jahr eisern weitermachen. Sie sollten also bei schlechter wie bei guter Börsenlage konstant Ihre Ziele verfolgen. Investieren Sie auch bei schlechter Börse, profitieren Sie natürlich von tieferen Kaufpreisen für Aktien.

Andere Anlagemöglichkeiten, die Ihnen gewisse Zinsen versprechen, sind heutzutage rar. Bei Obligationen sind die Zinsen heutzutage so tief, dass die Kommissionen und Bankgebühren die Zinsen praktisch «auffressen». So ist es gar nicht so einfach, Gelder zu parkieren, die Sie aus Risikogründen nicht in Aktien anlegen wollen oder können. Vorsicht: Wenn Sie drei oder vier Jahre Geld liquid oder als Kontoguthaben halten, verlieren Sie meist sogar. Dazu kommt es, wenn die Geldentwertung höher als die Zinsen liegt.

Bis zu einem gewissen Alter gewähren manche Banken oder Fondsgesellschaften ein Jugendsparkonto mit Vorzugszinsen. Wer etwas sucht, findet meist noch weitere Alternativen. Darunter fallen etwa Depositenkassen von Genossenschaften. Aber fast überall gilt: Viel mehr als Mini-Zinsen können Sie heute mit Kontoguthaben nicht erwarten.

 

Sparangebote vergleichen

Wenn junge Leute den «Wohntraum Eigenheim» vor Augen haben, werden sie meist klein anfangen. Wer jung ist, nicht als Millionär geboren wurde oder einen Sechser im Lotto macht, wird bei manchen Banken nicht gerade mit offenen Armen empfangen. Schauen Sie sich daher selbst um. Dank des Internets und dank Vergleichsdiensten gibt es heute wesentlich mehr Transparenz zu Zinsen, Säule-3a-Konti, Bankgebühren etc. Gerade über mehrere Jahre betrachtet, schenken zu hohe Gebühren stark ein. Wenn Ihnen eine Bank oder ein Fondsanbieter jährlich 1 oder 1,5 Prozent an Gebühren abzweigt, ist das schlicht zu teuer.

Generation Y (1981-1995) und Generation Z (nach 1995 geboren): Der Wunsch nach Stabilität im Leben und längerfristig nach den eigenen vier Wänden ist fest verankert. (Bild: fotolia)